[Geplauder] Bin ich noch Leser aus Leidenschaft oder bin ich eine Werbefläche?

[Geplauder] Bin ich noch Leser aus Leidenschaft oder bin ich eine Werbefläche?

 

Bin ich noch Leser aus Leidenschaft oder Werbefläche?

 

Meine Lieben,

lange habe ich überlegt ob ich diesen Beitrag schreibe, aber warum sollte ich verschweigen, was mich beschäftigt, wo ich doch sonst auch alles buchige mit euch teile.

In letzter Zeit kann ich vermehrt eine Entwicklung beobachten, die mir nicht wirklich gefällt und manchmal frage ich mich schon, was Autoren und Leser in uns Bloggern eigentlich sehen? Leser aus Leidenschaft, Rezensionsexemplarschnorrer, Werbefläche?

Ich kann von mir folgendes behaupten:

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Allerdings sehen das wohl nicht alle so.

Was Rezensionsexemplare angeht, werde ich mich nicht mehr groß äußern, viele meiner Bloggerkollegen haben hierzu tolle Beiträge geschrieben. Ja, teilweise frage ich einiges an, aber ich lese auch sehr viel und auch immer ohne Druck und Stress. Anders würde es mir keinen Spaß machen und ich hätte schon lange aufgehört. Und glaubt mir, wenn ich sage, dass ich deutlich mehr Bücher kaufe seit ich blogge.

Das Thema Werbefläche als Blogger finde ich sehr traurig, denn anscheinend sehen uns manche Autoren und Verlage als nichts anderes. Ich bekomme immer wieder Nachrichten wie:

-Magst du mein Buch endlich von deinem SuB befreien?

-Hey, ich suche Blogger für ein Coverrelease/Buchvorstellung/…

-Ich habe mich bei dir umgeschaut, magst du mein Buch rezensieren

Das mag auf den ersten Blick gar nicht schlimm für euch klingen, aber auf die Dauer nervt es und es deprimiert mich, denn diese Anfragen sind deutliche Copy and Paste Anfragen ohne persönliche Anrede. Ist es so schwer wenigstens meinen Namen in die Anfrage zu kopieren? Manchmal ist es nicht mal mein Genre. Ich reagiere mittlerweile auf sowas nicht mehr. Ich frage mich immer nur, was ich davon halten soll, was solche Autoren über mich denken!? Ich bin doch keine Werbefläche. Ich lese aus Leidenschaft und blogge darüber. Ich liebe Bücher, ich rede gerne darüber, aber ich lese nunmal fast nur Fantasy, was man deutlich sieht und sonst habe auch ich, wie jeder Leser, bestimmte Vorlieben. Natürlich blogge ich auch gerne über Bücher. Dazu gehört auch, dass ich Bücher vorstelle, Neuerscheinungen, Neuzugänge und auch gerne von mir bis dahin komplett unbekannten Autoren, die mich nett anschreiben. Wisst ihr, was für mich der Unterschied ist zwischen Werbefläche und Bloggen?

Ich zeige euch, was mich begeistert, was mich interessiert, was mich bewegt. Ich möchte entscheiden, was das ist.

Und ja, ich stoße damit bestimmt einigen vor den Kopf, wenn ich Anfragen absage oder nicht jedes Buch von meinen Lieblingsverlagen oder Verlagen, mit denen ich zusammenarbeiten darf, zeige. Das Recht nehme ich mir einfach raus, denn Lesen ist Geschmacksache. Ich persönlich finde es unglaubwürdig, wenn man alle Bücher verschiedener Genre und Autoren eines Verlags feiert. Vielleicht liege ich auch falsch, ich kann ja nur von mir sprechen. Auch ich habe schon Kooperationen mit Verlagen und Autoren aufgelöst, bei denen ich mich als Blogger unwohl fühle, weil diese wollten, dass ich dauernd und ständig Werbung mache. Das will ich nicht. Deswegen blogge ich nicht. Wenn das gewollt ist, steige ich aus. Ich habe das große Glück mit einigen tollen Autoren zusammen arbeiten zu dürfen, die mir nicht den Kopf abreißen, wenn ich sage: dein neues Buch ist leider nicht meins, da nehme ich mich zurück. So soll es sein, so macht es mir Spaß! Damit kann ich mich identifizieren. Das zeigt auch, dass wir uns als Mensch respektieren und nicht nur einen Vorteil aus der Blogwerbung und der Kooperation ziehen wollen. Geben und nehmen, leben und leben lassen.

Ihr seht, ich mache mir viele Gedanken darüber und es beschäftigt mich. Diesem Beitrag fehlt meine sonstige Fröhlichkeit, weil es für mich einfach ein trauriges Thema ist, das auch die Schattenseiten des Bloggens aufzeigt. Es gibt nicht nur Sonnenschein.

Allerdings muss ich betonen, dass das oben genannte zum Glück nicht überhand nimmt. Ich bin froh und glücklich, dass ich einige Verlage und Autoren kenne, die diese Einstellung unterstützen.

Für mich persönlich bedeutet es, dass ich echt bleibe, dass ich auch mal nein sage und damit Unmut auf mich ziehe, aber das bin ich: Kerstin, Leserin aus Leidenschaft, die über ihre Leidenschaft bloggt. Ich liebe Bücher, ich liebe die Zusammenarbeit mit Autoren und anderen Bloggern, das Kennenlernen…die Menschen dahinter, von denen ich schon etliche in mein Herz geschlossen habe. Daran habe ich Freude, das möchte ich mit euch teilen. Das bin ich!

Damit beende ich diesen Beitrag aber auch und wende mich wieder Dingen zu, die mir Freude bereiten: Bücher 💜

Ich habe meinen Weg gefunden und kann nur sagen: lasst euch nicht verbiegen und bleibt euch selbst treu, dann geht der Spaß auch nicht verloren.

Ich hoffe, ich habe euch mit diesem Beitrag nicht vor den Kopf gestoßen, aber es war mir wichtig, es mal rauszulassen. Ich will damit niemandem zu nahe treten, es sind meine Gedanken und jeder hat für sich zu entscheiden, was und wie er bloggen will.

Wie steht ihr dazu?

Bemerkt ihr diese Tendenz auch?

Eure Kerstin.

 

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17 Gedanken zu „[Geplauder] Bin ich noch Leser aus Leidenschaft oder bin ich eine Werbefläche?

  1. Hallo 👋

    Erstmal: Ein toller wenn auch leicht trauriger Beitrag.

    Aber ich kann dich da verstehen und nur zustimmen. Manchmal freue ich mich über Anfragen von Autoren, die sich dann aber nie wieder melden und es scheinbar eine „Anfrage an alle“ war.

    Manche fragen dann zig Mal ob ich nicht schon neugierig bin und das Bich jetzt gleich lese obwohl ein bestimmter Zeitraum ausgemacht wurde.

    Mir macht die Zusammenarbeit Spaß und ich kann manchmal auch so schwer nein. Aber bevor ich etwas annehmen, gehe ich jetzt immer ein paar Punkte mit den Autoren durch und betone einige Sachen nochmal extra.

    Für mich soll es auch eine Leidenschaft bleiben.

    Ich kaufe gerne, befreie Bücher vom SuB und natürlich lese ich auch gerne Rezensionsexemplare. Ich möchte diesen Mix gerne beibehalten. Denn der macht mir Spaß und so sollte es nach Möglichkeit auch bleiben.

    Ich bin aber auch froh, dass so viele sehr verständnisvoll sind und die Arbeit, die wir machen würdigen und zu schätzen wissen bzw staunen wie wir das alles so „nebenbei“ schaffen.

    Liebe Grüße,

    Donatha

    1. Huhu Donatha,

      Dankeschön für deinen tollen Kommentar. Genau diese Mischung liebe ich auch und behalte das für mich auch bei.
      Zum Glück ist dieser „deprimierende“ Bruchteil sehr gering.

      Liebe Grüße, Kerstin

  2. Liebe Kerstin,

    ein toller Beitrag und ich finde es schön, dass du deinen Standpunkt so deutlich klar machst. Ich finde nicht, dass du damit jemanden vor den Kopf stoßen könntest, allerdings könnte das auch daran liegen, dass ich vieles genauso mache und bestimmte Anfragen ignoriere bzw. unpassende Kooperationen auch beende.

    So wie du es machst, wird es für dich schon richtig sein. Es ist dein Hobby und du solltest es so betreiben, dass du auch Spaß an der Sache hast. Alles andere zählt nicht.

    Liebst,
    Rika

    1. Huhu Rika,

      Dankeschön für deine schönen Worte. Stimmt, das muss jeder für sich entscheiden und es freut mich, dass du auch den Weg gehst, dass einfach der Spaß und die Freude im Vordergrund steht 💖

      Liebe Grüße, Kerstin

  3. Lesen was man will ist Freiheit zur Persönlichkeit, das geht auch mit einem Rezensionsexemplar. Es entsteht dann auch kein Druck wenn man selber entschieden hat “DAS will ich Lesen” .
    Ich bin also voll bei dir :-)

    LG Katja

  4. Hallo Kerstin,

    Du sprichst mir aus der Seele. Auch ich sage mittlerweile nein, wenn mir das Buch nicht wirklich zusagt, welches mir angeboten wird, oder es zeitlich knapp wäre. Denn es soll Spaß machen und meine eigenen Bücher möchte ich natürlich auch lesen. Ich kaufe sie ja nicht nur zum sammeln. Aber auch mir fällt die Tendenz zur Werbefläche auf. Ich nehme an, was mir persönlich Spaß machen könnte zu lesen, ansonsten lass ich’s, auch wenn ich damit jemand vor den Kopf stoße
    Liebe Grüße
    Kati

  5. Hallo Kerstin,

    ja, in letzter Zeit bekomme ich auch sehr viele Anfrage. Teilweise welche, die gar nicht passend sind, wie zum Beispiel Selbsthilfebücher oder ähnliches, die lehne ich ab, da es mich nicht interessiert.

    Ich muss sagen, dass ich mir leider schon Stress mache und zwar habe ich immer das Gefühl, dass ich schneller sein muss, damit ich nichts verpasse oder zu spät bin, was eigentlich schade ist, denn so fehlt stellenweise der Lesegenuss.

    Zu den Reziexemplaren kann ich sagen, dass ich auch sehr viel Anfrage, aber auch sehr viel Lese. Allerdings bin ich manchmal auch etwas spät, was ich aber jetzt nicht so tragisch finde. Allerdings kaufe ich sehr viel.

    Lg, Eva

  6. Ich hab gestern eine Anfrage mit “Halli Hallo” bekommen. Ich hab zurückgeschrieben, weil sie schrieb, dass sie keine Erfahrung mit Bloggern hat. Auf meinen Tipp, Blogger persönlich anzuschreiben und ruhig mal zu schauen, ob sie Hinweise für Autoren auf dem Blog haben, meinte sie, sie hätte ohnehin keine Lust mehr, da ich einen “Berg an Respekt” erwarten würde. Ich bin fast hintenüber gekippt.
    Für nette und persönliche Anfragen habe ich ja inzwischen die Litfaßsäule auf dem Blog. Das ist für mich ein guter Weg.

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