Wertschätzung der Blogger durch bezahlte Aktionen?

Wertschätzung der Blogger durch bezahlte Aktionen?

Wertschätzung von Bloggern
Wie wird der Blogger wertgeschätzt?

 

Hallo ihr Lieben,

vielleicht habt ihr es mitbekommen, Tina von „Mein Buch, meine Welt“ hat neulich einen recht diskussionsanregenden Artikel veröffentlicht, in dem sie über Dankbarkeit/Undankbarkeit und Wertschätzung gegenüber Bloggern ihre Seele ausschüttet. Den Beitrag findet ihr >>hier<<

Ich möchte und werde sie hier in keinster Weise kritisieren, denn das ist ihre Meinung und das ist gut so. Nur würde ich euch gerne meinen Stand der Dinge erzählen, da es doch gerade rege Diskussionen gibt und mich auch eure Meinung interessieren würde.
Dieser Beitrag entstand übrigens nach Rücksprache mit Tina.

In ihrem Beitrag spricht Tina einige Punkte an und gerade auf bezahlte Aktionen würde ich gerne näher eingehen, aus meiner Sicht.
Der Aufschrei ist gerade da und man liest es gerade öfters überall im Netz, dass auch Buchblogger gerne für von ihnen organisierte Aktionen bezahlt werden würden. Hierbei geht es nicht um Rezension für die man ja meist ein kostenloses Exemplar erhält, sondern wirklich um größere Aktionen und Blogtouren, die man selbst organisiert und mehrere Blogger mit an Bord holt.

Für mich kann ich sagen: ich möchte das nicht und würde niemals Geld dafür annehmen. Und das aus mehreren Gründen:

Zunächst einmal die rechtliche Seite. Ich bin Hobbyblogger aus Leidenschaft und möchte aus meinem Blog kein Gewerbe machen. Müsste ich aber rein rechtlich wenn ich für meine Leistungen Geld verlange.
Was ihr als zweiten Grund bereits gelesen habt: das Bloggen ist mein Hobby. Meine Leidenschaft, in der ich völlig frei bin und agieren kann wie und wann ich möchte. Ich möchte keine entgeltliche Bezahlung, das würde mir den Charme, die Freiwilligkeit, die Authentizität nehmen. Es würde mich unter Druck setzen, denn gerade dann könnte ich mir nicht in die Augen schauen, wenn ich eine Blogtour oder Aktion plane, die in der oder ähnlicher Form schon zigmal da war. Ich würde etwas Neues wollen, etwas Anderes eben.

Und genau da wird es schon schwer, in der Buchwelt sind unsere Möglichkeiten doch begrenzt.
Für mich ist das nicht wie bei Beauty- oder Lifestylebloggern, die Videos, Fotos, Kombinationsmöglichkeiten und ähnliches mit ihren Produkten posten. Bei uns bleibt es schlichtweg ein und dasselbe Buch, egal wie oft wir das unterschiedlich zeigen. Entweder es spricht durch Cover und Klappentext an oder nicht. Ich werde nicht losrennen mit dem Gedanken: „Ich hab doch da letzt diesen genialen Nagellack/Lipgloss/… gesehen, der würde jetzt perfekt zu meinem neuen Pulli passen.“ Für mich liegen dazwischen Welten der Möglichkeit oder ich sehe es einfach falsch.
Kurz gesagt: ich möchte mein Hobby so ausleben wie ich möchte und nichts Geschäftliches daraus machen. Bürokratie habe ich im Geschäft genug, mein Blog ist privat.
Und es zwingt mich ja niemand, Aktionen/Blogtouren/Challenges und Co zu planen und organisieren. Ich mache es, wenn ich richtig Bock drauf habe und erfreue mich an den Reaktionen. Wenn keine kommen, bin ich wieder betrübt und mache erstmal nichts mehr, aber allein diese Freiheit möchte ich behalten.
Dass es gerade hierzu auch Schattenseiten gibt in der Kooperation mit Verlagen/Autoren, habe ich euch ja schon erzählt.( Zusammenarbeit mit Verlagen – meine Erwartungen, Wünsche und NoGos )

Ein großer Punkt, den Tina auch in ihrem Artikel anspricht und in dem ich ihr nur zustimmen kann ist die teils fehlende Wertschätzung.
Ich persönlich möchte kein Geld und würde auch keines annehmen für Aktionen, die ich plane. Das kann und muss jeder für sich entscheiden. ABER ein Dankeschön dürfte nicht zu viel verlangt sein. Das kann auch in etlichen Formen ausgedrückt werden. Das simple Wort, ein geteilter Beitrag auf der Verlags-/Autorenseite, ein Herzchen auf Instagram oder Like auf FB, ein Kommentar. Es gibt viele Wege, alle tun nicht weh und zeigen mir persönlich, dass meine Aktion/Rezension/Buchvorstellung gewürdigt wird. Das macht mich glücklich und das sorgt wiederum für neuen Content.

Und was auch noch gesagt werden sollte, auch wenn ich dazu schon einen eigenen Beitrag hatte. Ich selbst plane kaum noch größere Aktionen, einfach weil die Reaktionen darauf irgendwann ausblieben und ich mir die Freiheit nehme, das nur noch nach Lust und Laune zu machen.
Allerdings wird auch vieles viel zu selbstverständlich gesehen und der Aufwand der hinter einer einfachen Rezension steckt, wird nicht gewürdigt oder verstanden. Gerade deshalb bewerbe ich mich auch nicht mehr bei Autoren, um Werbung für sie machen zu dürfen. Ich freue mich über jede herzliche Anfrage und sage diese auch teils zu, aber ich selbst sehe das etwas kritischer mittlerweile. Denn in dem Punkt verstehe ich Tina, den Aufwand, den wir in Autorengruppen betreiben für ein EBook oder Print als Gegenleistung, ist sehr unterbezahlt, mal salopp gesagt. Aber aus diesem Grund habe ich meine festen Teams, in denen ich agieren kann wie ich möchte und man sich schon lange kennt. Hier habe ich Spaß und keine Verpflichtung.
Denn es ist nicht selbstverständlich und auch nicht die Aufgabe eines Bloggers kostenlos Werbung für Autoren und ihre Bücher zu machen. Hier bekomme ich immer noch etliche Anfragen und lehne alle ab. Würde ich aber auch gegen Bezahlung nicht annehmen, denn ich zeige nur, was ich möchte, was mich interessiert und hinter dem ich stehe. Es sollte einfach eine größere gegenseitige Wertschätzung stattfinden.

Vielleicht bin ich als Blogger auch zu klein um die Thematik gänzlich zu verstehen, denn ich freue mich immer noch und jedes Mal wie blöde, wenn ich zu Aktionen von anderen Bloggern angefragt, Bewerbungen angenommen und Bücher von Verlagen zugesagt werden. Für mich ist das einfach nicht selbstverständlich, egal wie sehr ich mich hinter das hänge, das ich tue. Aber ich selektiere, was ich zusage.

So, das war es von mir zu diesem Thema. Löblich, dass sich einige große Blogger dafür einsetzen, auch für ihre Leistungen bezahlt zu werden. Das kann ja jeder sehen wie er mag.
Meine Meinung kennt ihr jetzt und mich würde brennend eure interessieren.

Eure Kerstin.

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9 Gedanken zu „Wertschätzung der Blogger durch bezahlte Aktionen?

  1. Alsooooo….. Ich weiss gar nicht womich anfangen sollte , okay doch …. Ich kenne den Beitrag besagter Person nicht .
    Ich bin auch nur eine einfache Leserin , die wenigen Blogs folgt . Daher mag meine persönliche Meinung nicht sehr ins Gewicht fallen…. Dennoch folgendes : ich folge lieber Hobbybloggern . Für mich persönlich ist es eher so , dass Personen die nicht aus finanziellen Gründen ihren Blog führen , ein größeres Gewicht an Glaubwürdigkeit haben , als bezahlte Blogger …. Diesen Lifestyle EC Blogs folge ich garnicht ,weil sie unterm Strich alle das selbe sind .Sei es inhaltlich oder von den Persönlichkeiten her … Alle ein und das selbe BlaBla .
    Hobbyblogger sind nicht an Verlage oder Autoren gebunden und ich bilde mir ein , dass sie auch von ihren Lieblingsautoren Mal ein Daumen runter bekommen , wenn das Buch eben nicht den Nerv der Blogger trifft.Mach wonach dir immer ist , denn es gibt immer welche die dir nicht mehr folgen wenn es ihnen nicht passt , aber solange du du bleibst , werden genug bleiben und wahrscheinlich auch neue Dir folgen , denn wenn du dir treu bleibst ist das die beste Werbung für dich

    1. Huhu Nora,
      den Beitrag von Tina habe ich deswegen extra verlinkt.
      Im Grunde habe ich kein Problem damit, wenn Blogger für ihre Aktionen eine Entschädigung erhalten. Kann ja jeder für sich entscheiden.
      Für mich wollte ich das nur nicht.
      Aber interessant deine Meinung dazu zu lesen.
      Liebe Grüße, Kerstin

  2. Hi Kerstin,

    ich sehe das tatsächlich ähnlich wie du :)
    Ich hab beide Beiträge gelesen, den von Tina und auch den von Fuchsias Weltenecho, der kurz darauf kam.

    An sich finde ich die Forderung nicht schlimm, ich für meinen Teil möchte es aber auch nicht. Ich hab meinen Blog für mich und möchte dort keinerlei “Vorgaben erfüllen” oder auch den Druck haben, bei Aktionen “noch mehr zu leisten”, denn dieses Gefühl hätte ich, würde ich Geld dafür bekommen. Mit Geld ist es einfach so, dass es sich anders anfühlt, eher wie Arbeit, und grade das möchte ich vermeiden.

    Und ebenso vermeide ich mittlerweile Aktionen oder ähnliches, weil, wie du schon sagst, das Interesse und die Reaktionen darauf ausbleiben. Es gibt einfach zuviele, genauso wie Gewinnspiele, und die meisten sind einfach schon zu gesättigt. Dafür dann so viel Zeit reinzustecken, das mag ich auch nicht mehr.
    Außer eben es betrifft ein Buch oder jemanden, der mir sehr am Herzen liegt und ich es gerne mache :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Huhu Aleshanee,

      da sind wir uns ja einig :)
      Ich sehe auch kein Problem darin, dass das manche fordern. So wie Anna ja immer hochqualitative Fotos und Aktionen anbietet, warum nicht.
      Nur für mich wäre das eben nichts. Ich bin so zufrieden und glücklich damit, ganz ohne Druck.

      Liebe Grüße, Kerstin

  3. Hallo,

    ich finde die Diskussion, die sich ja inzwischen über mehrere Blogs erstreckt, sehr spannend!

    Ich gehöre auch zu der “Ich möchte da nicht”-Fraktion. Und ja, ein Teil davon ist für mich sicher auch, dass ich keine Gewerbe anmelden möchte! Ich hatte mal einen Gewerbeschein für etwas, das kaum Geld einbrachte, und das ging mit deutlich mehr Verwaltungs- und Steuergedöns als wirklichem Nutzen einher… Und weder ja, ich möchte für mich einfach den Druck nicht.

    Was mich traurig stimmt, ist auch eher die fehlende Wertschätzung an sich. Ich habe den Eindruck, die Leute kommentieren, liken und teilen immer weniger.

    Jeder sollte für sich entscheiden, ob er bezahlt werden will oder nicht, so lange das transparent gemacht wird – also, solange der Blogger nicht verschweigt, dass er für eine Rezension oder Aktion bezahlt wurde.

    LG,
    Mikka

    1. Huhu Mikka,

      ja genau, so sehe ich das auch. Wenn der Blogger das möchte und sich dann auch mit dem ganzen rechtlichen Gedöns rumschlagen will, ist das ja seine eigene Sache.
      Ich möchte es nicht.
      Wertschätzung an sich ist da ein ganz anderes Problem, aber das haben wir wohl auch nicht in der Hand. So lange mir das Bloggen Spaß macht, lass ich mich davon nicht unterkriegen.

      LG,
      Kerstin

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