Die Gier nach Umsonst – eine traurige Entwicklung

Die Gier nach Umsonst – eine traurige Entwicklung

(Bildquelle Pixabay, bearbeitet mit Typorama)

Hallo ihr Lieben,

heute komme ich mit einem Beitrag zu euch, mit dem ich mir einfach mal Luft mache. Seit Monaten beobachte ich eine Entwicklung, die mich einfach nur sehr traurig macht. Ich musste es bereits mehrfach feststellen, aber heute war dann bei mir auch der Gutwille zu Ende. Ich habe bisher immer gerne Gewinnspiele und Challenges ausgetragen oder Bücher verschenkt. An Aktionen und Blogtouren teilgenommen, denn das gehört für mich auch zum Bloggen dazu. Das macht mir Spaß. Offensichtlich ist das allerdings nicht erwünscht. Nicht nur, dass das genau die am wenigsten gelesenen Beiträge sind, es kommt einfach schlimmer. Immer wieder muss ich feststellen, dass die Gier, etwas umsonst zu bekommen, überwiegt. Ich finde das so traurig. Diese Entwicklung. Warum ich für mich beschlossen habe, keine Gewinnspiele und Gewinnaktionen auszutragen, werde ich euch heute erzählen.

Was mich heute dazu bewegt, diesen Beitrag zu schreiben, ist eine Fotochallenge, die ich auf Instagram in Zusammenarbeit mit dem Carlsen Verlag ausgetragen habe. Oder besser gesagt hatte, denn heute habe ich die Challenge abgebrochen. Sie war gar nicht so schwer. Jeweils ein Buchfoto pro Woche zu einer Aufgabe mit einem tollen Gewinn, den der Verlag passend dazu ausgesucht hat. Klingt doch eigentlich gut und Instagram bietet sich für Buchfotos ja geradezu an. Ich habe mich in die Planung gestürzt, denn ja, auch wenn es viele nicht bedenken: so eine Aktion auszutragen bedeutet sehr viel Arbeit im Hintergrund. Die ich allerdings gerne mache. Oder gemacht habe, denn irgendwann verliere auch ich die Lust.

Woran es liegt, weiß ich nicht. Vielleicht war es zu viel verlangt, extra ein Buchfoto zur Gewinnteilnahme schießen zu müssen. Vielleicht hat auch einfach der Gewinn nicht gepasst und aus Spaß macht man ja eh ungerne etwas. Naja, nachdem in der ersten Woche gerade mal 8 teilnehmen wollten und in der zweiten Woche bis einen Tag vor Ende niemand, habe ich die Challenge abgebrochen. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich mehr als enttäuscht bin und auch die Welt nicht mehr ganz verstehe. Aber egal, die Challenge passte einfach nicht. Damit könnte ich leben, auch wenn es weh tut.

Was mich aber echt ärgert oder vielmehr echt traurig macht ist, dass überhaupt etwas zu tun für ein Gewinnspiel doch schon verdammt viel verlangt ist. Ich habe es bei mir schon mehrfach beobachtet, dass ich zum Beispiel auf Facebook eine einfache Frage stelle, die man zur Teilnahme beantworten muss. Dürfte auch nicht schwer sein, aber da kommen wir zum großen Knackpunkt: der Gier nach Umsonst!

Um eine Frage zu beantworten, müsste man ja den Beitrag erstmal lesen, um diese zu entdecken. Da ist es schon einfacher man knallt einfach ein „Ich bin gerne dabei“ unter den Post. Entschuldigung, wenn ich das so sehe, vielleicht bin ich da auch etwas extrem, aber ich finde das respektlos und unhöflich. Ist einfach so, meine Meinung. Das war ein Grund, warum ich reine Gewinnspiele schon länger nicht mehr mache, denn sich danach für einen Gewinn zu bedanken, ist ja auch schon unerhört, das zu erwarten. Wo kommen wir denn da hin, wenn auch noch gepflegte Höflichkeitsformeln verlangt werden.

Blogtouren und Aktionsbeiträge lasse ich mal komplett außen vor, dort sieht man immer dieselben, die Spaß an der Sache haben. Hier müsste man ja immerhin gleich einige Stationen lesen und auch noch Fragen beantworten. Sehr schade.

Ihr könnt es aber selbst beobachten, hatte ich bei mir auch schon. Ist an die Gewinnbedingung lediglich ein kleiner Like erforderlich werden plötzlich alle Grenzen gesprengt. Da hat man Teilnehmer, die sieht man sonst das ganze Jahr nicht. Die Gier schlägt zu. Es gibt etwas umsonst ohne dafür etwas tun zu müssen und die Leute stürmen heran.

Ich finde diese Entwicklung sehr traurig, aber ändern kann man daran nichts. Viele werden das schon beobachtet haben.

Aber gerade deshalb muss ich mir hier einfach mal Luft machen, denn was viele nicht bedenken:

Jeder, der eine Aktion, einen Blogtourbeitrag, ein Gewinnspiel oder ähnliches veranstaltet, leistet im Vorfeld so viel Arbeit. Steckt so viel Mühe, Kreativität, Freizeit und teilweise auch Geld in diese Aktionen. Und was bekommt man? Einen Arschtritt! Und ja, ich sage das so extrem. Es gibt natürlich immer Leser, Blogger und Co, die solche Aktionen lieben und gerne daran teilnehmen. Darf ja jeder wie er mag. Aber gerade die, die nur dann aktiv sind, wenn man am besten gar nichts für ein Gewinn machen muss, die sollten im Hinterkopf behalten, dass sie mit ihrem Verhalten die jeweiligen Veranstalter ganz schön verletzen können.

Ihr seht, ich bin echt unheimlich enttäuscht und es musste mal raus. Aber auch dafür ist mein Blog da. Warum sollte ich denn immer nur über dem PC sitzen und mich ärgern wie nochwas. Ich kann es euch ja auch erzählen und vielleicht liest es ja sogar EINER, den es betrifft und bedenkt mal, was ihm vielleicht auch gar nicht bewusst war.

 

In diesem Sinne,

 

Eure Kerstin.

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13 Gedanken zu „Die Gier nach Umsonst – eine traurige Entwicklung

  1. Liebe Kerstin,

    ich kann dich absolut verstehen. Dieses Phänomen gibts allerdings schon wirklich lange, eigentlich seitdem ich blogge und das sind mittlerweile sieben Jahre. Mich ärgert es auch immer ungemein, wenn es Leser nicht mal schaffen, bei einem Gewinnspiel, bei dem zum Beispiel eine Antwort auf eine Frage, die auch noch individuell zu beantworten ist, mehr als einen Satz zu schreiben. Oft gibts nicht mal ein Hallo und Liebe Grüße, sondern einen Satz mit maximal sechs, sieben Worten. Da hab ich dann schon immer direkt keine Lust mehr und es sind auch, ohne Witz, seit fast sieben Jahren immer die gleichen Leser.

    Mit den Aktionen verhält es sich ähnlich, wobei ich bei deiner Fotochallenge jetzt gar nicht mal glaube, das es an der Aufgabe oder am Gewinn lag. Vielmehr denke ich, das die Beiträge durch die Reichweiteneinschränkungen, die es ja mittlerweile überall gibt und die echt richtig drastisch sind, einfach nicht wahrgenommen wird. Ich habs zum Beispiel nicht gelesen oder bin mir zumindest nicht bewusst, es wahrgenommen zu haben. Sehr schade eigentlich, weils mich jetzt natürlich interessieren würde.

    Lass dich davon trotzdem auf keinen Fall entmutigen, klar, es nervt total, aber es gibt auch immer Leute die richtig Lust auf sowas haben und sich dann wahnsinnig anstrengen oder schöne und auch durchaus ausführliche Kommentare verfassen. An diese Leute muss man sich halten, damit der Spaß nicht verloren geht.

    Fühl dich gedrückt.

    Liebe Grüße Ina

    1. Huhu Ina,

      ja, dass es das schon länger gibt, kann ich leider auch nur bejahen. Ich finde aber, dass es immer schlimmer wird.
      Vom fehlenden Bedanken oder Bescheid geben, dass ein Gewinn angekommen ist, brauchen wir ja gar nicht erst anfangen.
      Ich weiß nicht ob es an der Reichweite lag, die war eigentlich wie alle anderen Beiträge auch und geherzt haben es über 140. Aber es ist ja nicht nur da so.
      Wie du so schön sagst, es wird einfach auch nicht mehr gelesen, was man so schreibt als Gewinnspielbedingung.
      Da nimmt es einem kurzzeitig den Spaß.

      Aber du hast vollkommen recht, es kommt dann immer jemand, derr sich wieder strahlen lässt und zeigt, dass wir doch nicht alles umsonst machen.

      Liebe Grüße, Kerstin

  2. Hallöchen 😀

    Da stimme ich dir voll zu. Wenn man nicht nur ein Like verlangt, nimmt kaum jemand Teil, weil, wie du es so schön sagst, zu viel verlangt ist, etwas dafür zu tun. Umsonst ist super, aber was dafür machen aus Liken oder zu schreiben „hey, find ich toll!“ sprengt wohl den Rahmen. Verallgemeinern kann man es nicht, aber auch ich finde es ……..

    An deiner fotochallenge hätte ich gerne mitgemacht, aus Spaß, weil ich gerne Fotos mache, leider fehlte mir aber die Zeit und ich glaub auch die Bücher. Sehr schade, so oder so!
    Versteh dich aber total!
    Liebe Grüße
    Patrizia

    1. Huhu Pat,

      es gibt ja zum Glück immer noch genügend, die Freude daran haben, was wir so von uns geben :) Ohne die hätte ich dann wohl doch schon aufgehört und die Lust komplett verloren.
      Lassen wir uns nicht unterkriegen und schimpfen dafür eben öfters mal ;)

      Liebe Grüße, Kerstin

  3. Hallo liebe Kerstin, ich habe einmal meinen Tugut verlosen wollen, aber da kam gar nichts. Man hätte auch etwas beantworten müssen. Allerdings dachte ich, es liegt daran, dass ich keinen bekannten Namen in der Autorenwelt habe 💕

    1. Halli liebe Karen,

      der bekanntheitsgrad mag da sicher auch eine Rolle spielen, aber dann auch gleich noch eine Aufgabenstellung dazu. Das war dann doch etwas viel verlangt ;) Spaß! Leider ist das so.

  4. Liebe Kerstin,

    ich bin begeistert – nicht von dem was Du so offen und wahrheitsgemäß wiedergegeben hast – sondern, dass ich nicht alleine von der traurigen Entwicklung betroffen bin. Ich bin ja die geborene Selbstzweiflerin.
    Wenn ich ein Gewinnspiel anbiete, mache ich mir ebenfalls viel Gedanken – was aber nicht gewürdigt wird, wenn man etwas dafür tun muss.
    Ich habe sogar über meinen Newsletter einige Verlosungen gemacht – da mussten die Abonnenten etwas für tun. Was war die Folge? Abmeldungen und wenige Teilnehmer … kaum zu fassen.

    Du hast auf FB auf jeden Fall ein Thema angestoßen, dass mir schon lange unter den Nägeln brennt. Allerdings habe auch ich gelernt, dass ich dadurch in die Schusslinie gerate, dazu habe ich keine Lust und nehme es so hin. Sprich, ich mache nichts oder nur ganz wenig.

    Vergleichbar ist es auch mit Leserunden – ich verschenke eBooks und versuche eine lebhafte Runde zu gestalten – von 25 Teilnehmern schreiben dann maximal 10 eine Bewertung. Da könnte ICH kotzen! Das passt auch zum Thema GIER!

    Auf jeden Fall hast Du meine Hochachtung für die offenen Worte!

    Herzliche Grüße Tabea

    1. Huhu Tabea,

      dankeschön für deinen tollen Kommentar.
      Ach, ich bin da ehrlich und direkt. Dass von meinem Beitrag nicht jeder begeistert ist, ist mir klar, aber dann haben sie schon wieder etwas zu schimpfen. Soll mir recht sein :)
      Ja zum Thema Leserunden habe ich bereits schon einen Artikel veröffentlicht: Die Unzuverlässigkeit der Blogger.
      Ich spreche eben auch unangenehme Dinge an. Macht nicht nur Freunde, aber damit kann ich besser leben als nur wegzuschauen. Verstehe aber auch, dass du dich nicht so sowas äußern willst. Ich habe da aber auch das Glück, dass ich von meinen Lesern nicht angegangen werde, weil sie wissen, dass ich offen bin. Habe da schon ganz andere Dinge gesehen.

      Liebe Grüße, Kerstin

  5. Hi Kerstin!

    Sehr schade mit der Fotochallenge, das klingt eigentlich witzig und ist mal was anderes … aber ich stimme dir zu: das geht schon länger so und deshalb mach ich auch schon seit über einem Jahr bei keiner Blogtour mehr mit. Die “Vorarbeit” ist einfach viel und wenn sich dann kaum jemand beteiligt, hat es mir die Lust daran total verleidet.

    Bei Gewinnspielen ist es ähnlich, jetzt läuft zwar grade eins bei mir :D Aber auch nur weil ich eine witzige Idee zum mitmachen hatte und nicht wusste, wohin mit dem Buch … Der Beitrag war auch schnell geschrieben und ich weiß, dass ich nicht viel Feedback erwarten darf.

    Schade finde ich es trotzdem, aber ich muss auch sagen, dass es eine extreme Überflutung von Gewinnspielen gibt. Ich selber mache eigentlich auch sehr selten wo mit, weil mich meist die Bücher, die verlost werden, nicht interessieren oder ich hab sie schon ;)

    Ich denke dass es schon auch an der Übersättigung liegt … auch wenn es schon etwas traurig ist wenn die Leute sich nicht mal den Text, die Frage, bzw. die Aufgabe durchlesen, das hatte ich auch schon öfter. Aber das ist auch bei anderen Beiträgen so ^^ Alles schnell, schnell und nur noch überfliegen statt sich Zeit zu nehmen und das zu lesen, was einen wirklich interessiert.

    Liebste Grüße, Aleshanee

      1. Huhu Aleshanee,

        ja an der Übersättigung mag es auch liegen, aber ich denke, nicht nur. So hat ja jeder seine Seiten, die er regelmäßig besucht und man bekommt ja nie alles mit.
        Aber dieser negative Trend, den sieht man leider überall. Wir werden die Welt nicht ändern :)

        Liebe Grüße, Kerstin

  6. Hallöchen Kerstin,

    genau so sehe ich das mittlerweile auch. Bei mir auf FB rede ich meist mit mir selber, wenn ich dann aber ein Gewinnspiel veranstalte, habe ich binnen Sekunden Kommentare, das nicht gerade wenige. Plötzlich steigt die Abonnentenzahl ins unermessliche. Doch nach DEM Gewinnspiel sind die Abonnenten dann auch sofort weg und auch sonst wird nichts Kommentiert oder auch nur geliked. Deshalb habe ich für mich schon länger die Entscheidung getroffen keine Gewinnspiele mehr zu veranstalten. Es ist einfach so: Ich kaufe die Bücher von meinem Geld (ja, ich hatte anfangs Spaß daran Abonnenten zu beschenken), bekam aber auf gut deutsch gesagt einen Arschtritt. Traurig aber wahr! Deshalb kann ich deinen Ärger gut verstehen.

    LG
    Justine

  7. Hallo Kerstin,

    ich gehöre zu der Sorte, die gerne an Gewinnspielen oder Challenges teilnimmt , da ich sowas liebe. Dein Artikel hat mich zum Nachdenken über mein Verhalten gebracht. Ja, ich würde gerne etwas gewinnen, das gebe ich gerne zu. Aber nicht jeder Gewinn interessiert mich, also mache ich nur dort mit, wo ich mich wirklich freuen würde. Möchte ja den wirklich Interessierten nicht die Chancen schmälern. Und ich freue mich über jedes Gewinnspiel oder ähnliches, an dem ich auch gefragt bin, sei es mit einem Foto, einem Quiz, einem Zitat oder irgendeiner sonstigen Aktivität von mir. Aber ich habe diese Tendenz oder besser Realität leider auch schon oft beobachtet.
    Ich kann es mehr als verstehen, dass man dann die Lust verliert und so etwas einstellt. Schade – aber ich denke, das es die richtige Entscheidung ist. Es soll Spaß machen und für beide Seiten etwas Positives bringen, finde ich.
    Ihr lieben Blogger und Autoren : Ihr leistet wirklich tolle Arbeit und gebt uns schon so viel. Danke !
    Liebe Grüße von einer lesebegeisterten Moni

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