Herzenmacher von Akram El-Bahay

Herzenmacher von Akram El-Bahay

|Werbung| Herzenmacher wurde mir durch den Ueberreuter Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür. Leider lässt mich das Buch sehr zwiegespalten zurück.

Herzenmacher

Von Akram El-Bahay

Als Léo Mellino einem rätselhaften Fremden durch die Gassen seiner Heimatstadt folgt, gelangt er über einen geheimen Übergang in eine andere Welt. Eine Welt, die vom Winter beherrscht wird, seitdem der König unter dem Einfluss einer schönen Hexe steht. Eine Welt, in der es Zwerge gibt und mechanische Menschen, die von begabten Handwerkern gefertigt werden. Als Léo sich in diese Kunst einweisen lässt, zeigt sich sein außerordentliches Talent. Das kommt auch der Hexe zu Ohren, die ihre eigenen dunklen Pläne hat …

Bild- und Textquelle: Ueberreuter Verlag


Bibliografie

 

Erschienen: 15. März 2019

Verlag: Ueberreuter

Seiten: 384

Preis: Hardcover 17,95€

ISBN: 978-3-7641-7080-6

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

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Meine Meinung:

 

Herzenmacher war mein erstes Buch von Akram El-Bahay und hat mich nicht nur auf Grund des wunderschönen Covers direkt angesprochen. Leider muss ich nach dem Beenden jetzt aber auch sagen, dass es wohl auch mein einziges Buch des Autors bleiben wird, denn mir gefällt sein Schreibstil gar nicht. Wobei das falsch ausgedrückt ist, er machte mir richtig zu schaffen und nahm mir auch die Lesefreude. Für mich ist er doch etwas nüchtern und erscheint mir auch so förmlich und gewollt hochtrabend zwischendurch. Manche Sätze musste ich echt zweimal lesen. Ich brauche bei einem Märchen einfach Leichtigkeit und eine einnehmende Art, das habe ich total vermisst, ist ja aber auch Geschmacksache. Was mich jedoch richtig gestört hat und auch immer wieder ins Stocken brachte, ist, dass uns die Geschichte zwar erzählt wird, Léo aber immer wieder mit sich selbst spricht. Damit kam ich irgendwie gar nicht klar. Deswegen muss ich hier für die Umsetzung und den Stil einen Punkt abziehen.

Dabei finde ich es echt schade, denn die Geschichte des Herzenmacher selbst fand ich einfach wunderschön und absolut faszinierend, auch wenn ich ein paar kleinere Kritikpunkte habe.

Léo lebt in einem kleinen beschaulichen französischen Dörfchen und hilft seiner Mutter beim Bau von Spielzeugfiguren, denn sie ist die gefragteste Spielzeugmacherin des Landes. Als eines Abends jedoch ein unheimlicher Fremder vor der Türe steht und etwas über Léos Vater erzählt, beschließt Léo, ihm zu folgen. Wer hätte auch ahnen können, dass er plötzlich in einer märchenhaften Parallelwelt landet, die alles andere als fröhlich ist. Eher im Gegenteil, sie ist düster und grausam und wird von einer bösen Hexe regiert. Hier erfährt Léo nicht nur von seiner seltenen Gabe, die es ihm ermöglicht den Blechfiguren Leben einzuhauchen, er muss auch erfahren, was das Leben dort bedeutet. Und natürlich hat auch die Hexe ein Auge auf ihn geworfen…aber mehr kann ich euch darüber nicht erzählen, das müsst ihr schon selbst herausfinden.

Denn ich muss sagen, so sehr ich mit dem Stil gekämpft habe, so sehr hat mich auch die Geschichte an sich fasziniert. Auch wenn sie etwas vorsehbar ist und für mich nicht so wirklich große Überraschungen bereithielt, war hier das Märchen, das ich mir wünschte und da erwarte ich das alles gar nicht. In diesem Sinne konnte mich Akram El-Bah also komplett überzeugen. Das Märchen war so schön düster und auch brutal versetzt mit amüsanten und schaurigen Charakteren. Das hat mir gefallen, auch wenn es zwischendurch immer mal wieder Leerlauf gab. Nur das Ende war jetzt nicht so meins, das fand ich etwas in die Länge gezogen und dann zu hopphopp, aber ja, im Großen und Ganzen war ich von der Geschichte selbst begeistert.

Da kommt allerdings noch ein Aber, denn mir waren die Figuren alle etwas zu blass dargestellt. Ich konnte zwar eine gewisse Grundspannung spüren und wollte auch wissen, wie die Geschichte endet, aber Emotionen kamen bei mir nicht an. Mich berührte die Geschichte nicht, auch wenn sie mich gut unterhalten hat. An sich ist von der Emotionalität einiges vorhanden, aber die Umsetzung löste bei mir leider nichts aus. Ich kann euch nicht mal genau sagen woran es lag, aber mir fehlte einfach etwas. So habe ich einen Großteil einfach nur gelesen als zu fühlen.

Ihr seht, ich bin zwiegespalten. Einerseits fand ich die Idee der Herzenmacher und die düstere, triste Märchenwelt absolut genial und auch gelungen umgesetzt von der Darstellung. Andererseits hatte ich so mit dem Stil zu kämpfen und waren mir die Figuren zu farblos, als dass etwas anderes als Spannung und Faszination bei mir ausgelöst wurde.

Das ist ja alles Geschmacksache, deswegen müsst ihr einfach selbst entscheiden, ob dieses Buch etwas für euch ist. Ich muss mich dieses Mal leider enthalten.

Mein Fazit:

 

Herzenmacher von Akram El-Bahay konnte mich mit seiner Idee des düsteren Märchens und all den beinhalteten Charakteren wirklich sehr gut unterhalten und faszinieren. Allerdings hatte ich große Probleme mit dem Stil der Geschichte, die bei mir teils zu förmlich und nüchtern ankam, so dass keine Emotionen ausgelöst wurden außer Spannung. Ich war am Ende wirklich froh, dass ich das Buch beendet habe, da ich es sehr anstrengend zu lesen fand. Allerdings war es dann auch zu gut, um es abzubrechen und ich wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte endet. Herzenmacher lässt mich mehr als zwiegespalten zurück und ich kann einfach nur 3 Sterne vergeben.

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