Meine Ansprüche an Bücher oder was ich nicht mehr lesen mag – Part 2

Meine Ansprüche an Bücher oder was ich nicht mehr lesen mag – Part 2

No Go´s in Büchern

Meine Ansprüche an Bücher oder was ich nicht mehr lesen mag – Part 2

 

Hallo ihr Lieben,

 

da ich in letzter Zeit irgendwie vermehrt zu Büchern greife, die mich nicht so überzeugen und begeistern können, habe ich mir doch nochmal die Frage gestellt: was mag ich denn an Büchern und was kann ich darin gar nicht mehr lesen. Das letzte Mal habe ich vor über 2 Jahren dazu einen Beitrag geschrieben ( –> [Geplauder] Was ich in Büchern nicht mehr lesen mag ) und ich muss sagen, viel daran geändert hat sich nicht. Außer dass diese Themen immer noch sehr oft, gerade in Jugendbüchern, vorkommen. Anspruchsvoller bin ich also nicht geworden. Trotzdem will ich euch natürlich aufzeigen, was für mich mittlerweile NoGos in Büchern sind und was ich immer wieder gerne lese. Und natürlich bin ich auf eure Meinungen gespannt. Also lasst uns doch über unsere Vorlieben plaudern und was wir echt nicht mehr lesen können. Bei mir bezieht sich natürlich alles auf Fantasybücher, wie ihr euch sicher denken könnt.

Wenn man als Blogger öfters mit deutschen Autoren zusammenarbeitet, bekommt man von diesen natürlich auch Reaktionen zu seinen Rezensionen. Und das liebe ich total, denn das gehört auch dazu. Dennoch machen mich manche Aussagen echt stutzig, denn ich höre des Öfteren, dass Autoren vor meiner Meinung „Angst haben“. Stimmt schon, ich schreibe immer ehrlich und direkt, was mir gefällt und was nicht, bin dabei aber auch immer sachlich. Allerdings ohne um den heißen Brei zu reden. Wenn mir was nicht passt, dann sage ich das. Und dass das nicht jeder hören mag, verstehe ich auch total. Deswegen muss ich das auch voranschieben: alles, was ich hier schreibe, stört mich und entspricht einfach nicht meinem Geschmack. Wenn ihr diese Aspekte liebt, ist das vollkommen in Ordnung. Die Bücherwelt ist ja vielfältig und so ist für jeden Geschmack etwas dabei.

 

Was mag ich denn nicht mehr lesen?

Immer wieder bekomme ich zu hören, dass ich keine Liebesgeschichten mag, aber das stimmt so gar nicht. Ich liebe Liebesgeschichten und vergöttere zum Beispiel die wohl berühmteste von „Romeo & Julia“. Ich mag keine reinen Liebesgeschichten und sie sollte nicht zu aufdringlich im Vordergrund stehen, das stimmt. Wenn sie aber schön verpackt, gut in die Handlung eingebaut ist und dazu noch Handlung außen rum ist, habe ich überhaupt nichts gegen eine schöne Liebesgeschichte. Ich brauche sie aber auch nicht unbedingt, das muss ich zugeben.

Allerdings sollte sie bei mir schon auch knistern und prickeln, man sollte sie spüren und sie sollte bei mir nicht so 0815 langweilig ablaufen. Diese Ansprüche habe ich, alles andere ist eben nicht mein Geschmack. Was ich an Liebesgeschichten gar nicht mehr leiden kann sind nach wie vor an erster Stelle Liebesdreiecke. Das ist für mich einfach sowas von ausgelutscht. Ich mochte das in Twilight richtig und habe mitgefiebert bis zum geht nicht mehr. Das war wohl der Beginn der Dreiecke, aber danach hat es wirklich fast jeder in seine Geschichte eingebaut. Und das langweilt mich nicht nur, es nervt mich mittlerweile, weil für mich die Prota dadurch auch meistens zu einem Naivchen wird, das jedem hübschen Mann hinterherhechelt. Muss nicht sein! Wer das mag, vollkommen in Ordnung, für mich ist das mittlerweile echt ein Ausschlusskriterium.

Dann kommen noch einige andere Aspekte dazu, die ich nicht mehr lesen mag: Instalove und Co. Man darf gerne von Beginn an schmachten, aber sich sofort unsterblich verlieben und sein ganzes Leben über den Haufen werfen und nur noch nach ihm richten *gääähn* Da kommt bei mir null Gefühl auf. Enemies to lovers ist immer noch meine liebste Form der Liebesgeschichte. Wenn es richtig schön knallt, prickelt und knistert. Dann habt ihr mich.


Was brauche ich denn unbedingt?

In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass ich immer wieder zu Büchern greife und die dann auch schnell wieder weglege und Pause mache, weil mir eines fehlt: Spannung. Das bezieht sich auf viele Aspekte: Action an sich, also dass wirklich etwas passiert. Die Handlung oder auch die Charaktere. Wenn ich seitenlang lesen muss, wie ein Charakter durch seinen Tagesablauf streift, langweilt mich das. Es gehört natürlich dazu, um ihn kennenzulernen, aber wenn er wirklich nichts tut und man im Handlungsverlauf nicht vorankommt, nervt mich das. Ich muss nicht ausführlich lesen, wie man sich ein Frühstück macht. Da bin eher ein ungeduldiger Leser. Ich sehe gern den roten Faden in einer Geschichte und finde es spannender, wenn denn irgendetwas passiert, am besten etwas Geheimnisvolles oder etwas, das ich zunächst nicht einordnen kann. Aber nicht einfach nichts. Und davon habe ich wirklich einiges gelesen, wo ich mich frage, was hat das denn jetzt mit der eigentlichen Geschichte zu tun.

Action ist natürlich am allerbesten, aber für mich muss eine Geschichte nicht dauernd in rasantem Tempo ablaufen und ein Ding nach dem Nächsten passiert. Im Gegenteil, das mag ich sogar auch nicht so, wenn man vor lauter Action keine Luft bekommt und man sich nicht auf die Geschichte einlassen kann. Aber ab und an mal ein Knall, eine Überraschung oder eine Wendung, mit der ich nicht rechne, das hält mich am Buch.


Da kommen wir zum nächsten, was ich nicht mehr mag: blasse und glatte Charaktere.

Charaktere sind für mich das A und O einer Geschichte. Ich liebe es, mit ihnen mitzufiebern, mit ihnen zu leiden, mich mit ihnen zu verlieben und zu kämpfen. Das geht für mich aber nur, wenn ich diese auch greifen kann. Zum einen gehört dazu für mich die nötige Tiefe in der Charakterzeichnung. Dass man auch etwas über die Vergangenheit, die Lebensweise und die Hintergründe der Person erfährt. Zum anderen gehört für mich aber auch die Person selbst dazu. Und hier liebe ich Charaktere mit Ecken und Kanten, mit Problemen. Jeder hat ein Päckchen zu tragen, warum denn nicht die Charaktere.

Naive Mädels, die dazu auserkoren sind, die Welt zu retten und plötzliche ihre neu entdeckte magische Gabe sofort perfekt beherrschen. Will ich nicht! Für mich ist das mehr als langweilig und so weit ab von der Realität, dass es einfach keinen Reiz für mich hat. Das ständige Freundlich sein, niemandem was Böses tun und allen immer helfen wollen. Ich sage nur Ecken und Kanten, jeder hat mal einen schlechten Tag. Solche Charaktere finde ich gruselig und sie machen mir Angst. Charakteren, denen einfach alles sofort gelingt und das in jeder Situation…laaaangweilig.

Da hätten wir übrigens auch ein Phänomen bei männlichen Charakteren, das ich nicht mehr mag: das zu aufdringliche Beschützersyndrom. Für mich am schlimmsten verbunden mit dem naiven Mädel, das immer beschützt werden muss, weil sie von einem Fettnäpfchen ins andere rennt…und dann doch die Welt rettet. Ich denke, ihr versteht, worauf ich hinauswill :)

Genau sowas gibt es nämlich auch in absolut genial, wo ich so richtig mitfiebere: ich sage mal Lucian und Ari (Izara) oder Rhysand und Fyre (Das Reich der sieben Höfe). Sobald aber irgendwo Klischees auftauchen, die man in vielen anderen Büchern auch findet, langweile ich mich. Allerdings muss ich sagen, dass ich Bad Boys an sich noch liebe, wenn sie denn mit Substanz gezeichnet sind. Sie sollten diese selbstverliebte Arroganz ausstrahlen, am besten mit einer düsteren und geheimnisvollen Aura und natürlich ihr Mädel beschützen. Wenn es dabei dann noch knallt, weil das Mädel eben auch selbst einen Kopf hat, dann bin ich mehr als begeistert. Ich verweise einfach nochmal auf die zwei obigen Buchreihen. Auch ein Klischee quasi, dieser Bad Boy, aber richtig gut umgesetzte liebe ich einfach. Dafür können mir diese Möchtegern Bad Boys, die in vielen Büchern auftauchen, gestohlen bleiben. Die mit harter Schale, weicher Kern und sonst nichts dahinter. Die finde ich langweilig. Nur weil man sie Bad Boy nennt, sind es für mich noch lange keine.

Ihr seht also, die gängigen Stereotypen an Charakteren langweilen mich, wenn sie nichts zu bieten haben. Ich habe sie lieber mit Ecken und Kanten, mit Substanz. Aber da gibt es ja zum Glück auch einen enormen Spielraum für die Autoren und meist bin ich echt zufrieden.

Was ich übrigens auch nicht leiden kann und bei mir immer zu Augenrollen führt, wenn die Charaktere auf ihre äußeren Merkmale reduziert werden. Und ich dann gefühlt auf jeder zweiten Seite lesen muss, wie himmelmeerblau doch seine Augen sind, wie strahlend ihr Lächeln und wie heiß seine Bauchmuskeln. Kann man erwähnen, keine Frage, aber wenn man das zu oft tut, wie zum Beispiel Frau Armentrout (deren Bücher ich dennoch liebe), dann frage ich mich schon manchmal, was denn da im Kopf von Autoren vorgeht und welche Fantasien sie eigentlich damit ausleben. :)


Und weil das jetzt doch viel Text war, gebe ich euch meine wichtigsten Punkte nochmal als Zusammenfassung:

Was will ich nicht?

  • Zu glatte und blasse Charaktere
  • Liebesdreieicke
  • Klischees à la Instalove, naive Prota und heißer Typ, Prota entdeckt plötzlich ihre Fähigkeiten und wird zum ultimativen Weltenretter
  • Ausschweifende Erzählweisen, ohne in der Handlung voranzukommen
  • Zu vorhersehbare Handlungsverläufe

Was will ich?

  • Greifbare, authentische Charaktere mit Ecken und Kanten
  • Prickelnde Liebesgeschichte, die nicht im Vordergrund steht
  • Spannung und Action in einem guten Verhältnis
  • Vorankommen in der Handlung
  • Unerwartete Überraschungen und Wendungen

Das war es aber auch schon. Ist doch gar nicht so viel, oder?! Natürlich müssen nicht alle Punkte in einer Geschichte vorkommen, das wäre dann nur in Richtung Highlight bei mir. Ich lese auch gerne Geschichten, die jetzt nicht all das Beinhalten, so bin ich ja auch nicht. Nur bei zu vordergründigen Liebesgeschichten und –dreiecken und blassen Charakteren bin ich komplett raus. Das ist einfach nicht mein Geschmack.

Mehr fällt mir jetzt spontan auch nicht mehr ein, bei dem ich immer automatisch mit dem Augenrollen anfange. So anspruchsvoll bin ich dann doch nicht. Sicher, Ansprüche sind da, aber wenn man über 150 Bücher im Jahr liest und das schon sehr lange, dann weiß man eben, was man mag und wovon man besser die Finger lässt.

Aber so hat ja jeder seine Themen, die für ihn ein rotes Tuch in Geschichten sind. Was ist denn eures? Welchen Aspekt könnt oder wollt ihr einfach nicht mehr lesen? Würde mich auch wahnsinnig interessieren. Vielleicht liebe ich ja genau das.

 

Dann mal bis zum nächsten Geplauder,

 

Eure Kerstin.

5 Gedanken zu „Meine Ansprüche an Bücher oder was ich nicht mehr lesen mag – Part 2

  1. Hallo Kerstin,

    mir geht es so wie dir. Liebesdreicke, blasse Charakter die nur auf ihr Äußeres reduziert werden. Einfach nein. Leider habe ich aktuell so das Gefühl, dies ist meist das was die breite Masse lesen mag (sonst würden ja nicht so viele Autoren das Schema bedienen).

    Liebe Grüße
    Sanny

    1. Huhu Sanny,

      eine Zielgruppe dafür gibt es mit Sicherheit sonst würde es ja nicht so oft verwendet werden. Aber wir haben ja genug Auswahlmöglichkeiten :)

      Liebe Grüße, Kerstin

  2. Hallo Kerstin,
    schöne Zusammenfassung von den Themen, die du magst und nicht magst in Büchern.

    Ich bin auch schon von Dreiecksgeschichten genervt. Meistens liegt das aber nicht mal an der Liebesgeschichte selbst (ich mag auch reine Liebesgeschichten sehr gerne), sondern daran, dass die weibliche Prota meist einen der beiden verletzt und ich das einfach nicht ab kann. Ich finde es einfach schrecklich, wenn man mit Gefühlen anderer spielt und meist kommt das bei den Dreiecken genau so rüber. Aber um das abzuschwächen ist die (meist) weiblichen Prota unsicher und das arme Ding weiß ja nicht, was sie will…die Arme. Argh…das Nervt mich immer ungemein.

    Für mich sind auch immer die Charaktere das wichtigste in einem Buch. Ich muss sie greifen können, sie verstehen, einfach lebendig wirken. Geschichten, die nur oberflächlich an der Hülle kratzen sind nicht meins. Da kann die Handlung noch so spannend und überraschend sein, wenn die Charaktere keine Tiefe haben, reißt es mich einfach nicht mit.

    Die Bad Boys…irgendwie versuche ich mich mittlerweile etwas davon zu entfernen. Klar, immer geht es nicht, aber meist wirkt die Beziehung von Bad Boy und (meist) Good Girl ziemlich toxisch für mich (jedenfalls am Anfang) und das kann ich auch nicht mehr ab, wenn sie sich einredet, dass es doch okay ist, wenn er ihr absichtlich weh tut. Er ist doch selbst auch verletzt. Nein…nicht mein Thema.

    Ich liebe es, wenn jede Geschichte zumindest eine kleine Liebesgeschichte drinnen hat. Hab gar nicht gemerkt, dass du das so anders siehst. Ups ^.^ Immerhin finde ich immer Gemeinsamkeiten auf deinem Blog.

    Aber wie du oben schon erwähnst, Geschmäcker sind verschieden und das ist gut so. Ich lese immer total gerne die negativen Bewertungen, denn wenn da steht: “Die Liebesgeschichte war mir viel zu ausgeprägt”, dann schreit das Buch laut nach mir. Man muss ja nicht alles mögen, wäre ja auch langweilig, wenn es so wäre, aber seine Meinung zu erklären hilft mir immer mich dann doch für ein Buch zu entscheiden oder eben nicht.

    Alles Liebe,
    Ti(a)na

    1. Huhu Tina,

      genau du sagst es. Ist alles Geschmacksache. Ich lese aber auch gerne kritische Rezis, da kann ich für mich besser einschätzen, ob das Buch nach meinem Geschmack ist.

      Hast wieder was Neues erfahren, siehst mal :) Ich mag keine reinen Liebesgeschichten, die langweilen mich. Deswegen brauche ich es bei Fantasy auch nicht unbedingt. Ich mag sie, wenn sie gut gemacht sind, aber Freundschaft ist mir jetzt wichtiger. Ich liebe Gruppendynamiken in Büchern.

      Aber so wird ja jeder für sich fündig :)

      Liebe Grüße,
      Kerstin

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