Das Vermächtnis der Seherin von Christoph Lode

Das Vermächtnis der Seherin von Christoph Lode

|Werbung| Das Vermächtnis der Seherin wurde mir durch die Verlagsgruppe Droemer Knaur als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank. Auch wenn die Geschichte interessant war, konnte sie von der Umsetzung meinen Geschmack leider nicht treffen.

Das Vermächtnis der Seherin
Von Christoph Lode

Das Vermächtnis der Seherin Von Christoph Lode

Historische Fantasy vom Bestsellerautor: akribisch recherchiert, mitreißend erzählt – »Das Vermächtnis der Seherin« ist ein Mittelalter-Roman um eine jüdische Gauklerin, eine gefahrvolle Suche und einen mysteriösen Schrein, der ein fantastisches Geheimnis birgt.
Weder Spielleute noch Juden sind im 13. Jahrhundert in Frankreich wohlgelitten, und so ist die jüdische Gauklerin Rahel ein hartes Leben gewohnt. Doch seit der Erzdiakon von Paris dem jüdischen Volk persönlich den Kampf angesagt hat, scheint die Bedrohung stetig zu wachsen.
Da erfährt Rahel von der geheimnisvollen Wahrsagerin Madora, dass ihre früh verstorbene Mutter eine mächtige Seherin war, die dem Geheimbund von En Dor angehörte. Dessen Heiligtum, der Schrein von En Dor, soll über magische Kräfte verfügen. Madora will den Schrein aufspüren, um drohendes Unheil vom Volk der Juden abzuwenden, doch dazu benötigt sie Rahels Hilfe: Die Gauklerin hat von ihrer Mutter ein altes Lied gelernt, das verschlüsselte Hinweise auf das Versteck des Schreins enthält.
Eine gefahrvolle Reise durch die winterlichen Alpen beginnt, denn auch der Erzdiakon ist längst auf der Suche nach dem Schrein. Doch kann Rahel Madora wirklich trauen?

Bild- und Textquelle: Verlagsgruppe Droemer Knaur


Bibliografie
Erscheinungsdatum: 12. Januar 2021
Verlag: Knaur TB
Reihe: nein
Seiten: 448
Preis: Taschenbuch 14,99€, EBook 12,99€
ISBN: 978-3-426-52625-5
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Das Vermächtnis der Seherin Von Christoph Lode
Meine Meinung:

 

Auf „Das Vermächtnis der Seherin“ von Christoph Lode wurde ich aufmerksam, weil ich sehr gerne historische Fantasy lese. Allerdings sollte bei mir auch das Augenmerk auf der Fantasy liegen. Da mir der Autor bis dahin unbekannt war, wusste ich nicht, dass er gerade im historischen Genre schon einige Bücher veröffentlicht hat.
Ich kann das zwar jetzt nur anhand dieses Buches bewerten, aber die Umsetzung des Autors ist nicht meins. Denn das Augenmerk liegt definitiv auf dem Historischen. Hier hat er sich das Thema Judenverfolgung des 13. Jahrhunderts in Frankreich ausgesucht und dazu einige phantastische Aspekte gemischt.
Lehrreich ist „Das Vermächtnis der Seherin“ allemal, das kann ich sagen, denn mit diesem Thema kannte ich mich noch so gar nicht aus und musste auch einige Fachbegriffe googeln, die der Autor verwendet hat. Das zeigte mir aber auch schon zu Beginn recht deutlich, dass ich nicht bekommen werde, was ich normalerweise gerne lese. Ich fühlte mich zeitweise echt verloren, da doch ein gewisses Grundwissen vorausgesetzt wird für diese Zeit, die bei mir einfach fehlt. Das muss ich zugeben. Und die Umsetzung ist wirklich sehr, sehr geschichtlich. Für mich somit sehr langatmig und zäh. Das muss ich auch leider sagen, denn das zog sich für mich durch das gesamte Buch.

Die interessanten Fakten, wie das Gauklerleben, der Geheimbund und die Suche nach dem Schrein kamen mir viel zu kurz. Wie soll ich das erklären. Unsere Prota Rahel ist zwar Gauklerin und Jüdin dazu, weshalb sie gerade in der gewählten Zeit der Geschichte kein einfaches Leben hat und ständig auf der Flucht ist, aber wir erleben mehr die Zeit statt die Charaktere. Wenn ihr versteht, was ich meine.
Der Autor hat einen wunderbaren Stil und hat mir auch den Konflikt zwischen Christen und Juden und das damalige Leben näherbringen können, aber das ist jetzt nicht das, was ich mir von dem Buch erhofft hatte. Ich wollte eine fantastische Geschichte in der Zeit lesen und nicht nur über die Zeit lernen. So etwas langweilt mich dann leider immer recht schnell.

Für mich blieben die Prota Rahel und ihre Begleiter leider durchweg sehr blass. Ich hätte gerne viel mehr über sie und ihr Leben erfahren, dass ich sie besser einschätzen kann. Aber die Charaktere wurden einfach nie greifbar für mich. Und so konnte mich die Geschichte leider auch nie packen.
Dabei ist die Grundgeschichte, was den Fantasyanteil angeht, echt interessant. Wir erfahren von Rahels Vergangenheit und dem Geheimbund. Wir begleiten sie quer durch Frankreich auf der Suche nach Hinweisen und enthüllen immer mehr der Geschichte des Schreins. Aber das ist irgendwie alles nebensächlich und kommt immer nur kurz zu tragen.

Wir erleben ausführlicher, wie sich Rahel und ihre Begleiter vor ihren Gegenspielern verstecken müssen, wie sie Intrigen und Verrat der Gegner trotzen müssen und wie sie generell in der politischen Situation klarkommen. Und das ist leider so gar nicht meins.
Für mich machte es das Buch leider zäh, so informativ es auch ist. Ich brauche da aber immer genau das Gegenteil: mehr über die Charaktere und ihre Umstände und weniger ausführlich die politische Lage und die Beschreibungen der Umgebung.
Ich habe immer genau gemerkt, wann mich das Buch kurzzeitig packen konnte: wenn Rahel als Gaukler auftrat, wenn sie das Rätsel zusammensetzt, wenn sie mit Magie in Berührung kommt. Alles andere war leider nichts für mich.
Dazu erzählte mir der Autor die Gegebenheiten auch zu nüchtern. Er beschreibt wirklich herrlich und kann auch eine passende Atmosphäre schaffen, aber ich konnte einfach keine Verbindung zur Geschichte aufbauen.

Kurz gesagt: meinen Geschmack hat „Das Vermächtnis der Seherin“ durch das Hauptaugenmerk auf das Historische nicht getroffen. Dennoch ist die Geschichte interessant und lehrreich, wenn auch sehr langatmig für mich dadurch.
Man sollte wirklich ein Faible für genau solche Geschichten haben.

Mein Fazit:

 

Historische Fantasy lese ich unheimlich gerne, aber „Das Vermächtnis der Seherin“ von Christoph Lode war mir zu historisch und zu wenig Fantasy. Das Hauptthema der Geschichte ist die Judenverfolgung in Frankreich im 13. Jahrhundert mit all den Problemen, Intrigen und Gefahren. Dazwischen agieren die Charaktere, die mir leider viel zu blass blieben und auch recht wenig Spielraum hatten. Für meinen Geschmack war es einfach zu viel Geschichte und zu wenig Fantasy und dazu so informativ und nüchtern erzählt, dass ich keinen Zugang fand. Deswegen von mir nur 3 Sterne, weil die Geschichte an sich zwar interessant und faktisch anspruchsvoll ist, aber nicht meinem Geschmack entsprach.

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