[Geplauder] Warum nicht Jeder Bloggen sollte und warum ich es liebe!

[Geplauder] Warum nicht Jeder Bloggen sollte und warum ich es liebe!

Hallo meine Lieben,

nachdem ihr meinen letzten kritischeren Beitrag so mochtet, dachte ich, es ist an der Zeit, mal wieder einen zu schreiben. Und ja, die Überschrift ist mit Absicht etwas provokanter gewählt, eure Aufmerksamkeit habe ich damit ja schon 😊 Ich schreibe diesen Beitrag nicht ohne Grund, denn gerade zu Buchmessen will wohl jeder einen Blog eröffnen, was im Prinzip auch toll ist, denn Buchmenschen kann es gar nicht oft genug geben. Wenn ich dann aber Nachrichten bekommen mit „Hallo, ich möchte das Bloggen anfangen, wo bekomm ich denn Reziexemplare“, dann bekomme ich wirklich einen Hals. Ich antworte auf sowas gar nicht, denn ich schüttele darüber meinen Kopf und möchte es am liebsten vergessen. Kostenlose Reziexemplare, ist das wirklich alles was manche unter Bloggen verstehen? Und ja, ich habe einige solche Nachrichten bekommen.

Deswegen möchte ich euch in diesem Beitrag zeigen, was Bloggen für mich bedeutet, was für Arbeit dahintersteckt und warum ich es wirklich nicht jedem empfehle. Und da bereits tolle Bloggerkollegen auch Artikel darüber geschrieben haben, verlinke ich euch diese.

Als ich damals, Oktober 2016, mit dem Bloggen angefangen habe, wollte ich mich einfach nur mit Buchmenschen verbinden. Es gibt eigentlich keine so Hardcoreleser wie mich in meiner Familie oder Bekanntenkreis, deswegen habe ich meine Facebookseite als Blogersatz gegründet. Und ich fand ganz viele tolle Buchverrückte, mit denen ich täglich quatschen konnte und auch heute noch tue. Deswegen liebe ich meine Facebookseite so sehr und pflege sie auch täglich mit Informationen für euch.

Nebenbei habe ich aber bemerkt, dass Facebook auch seine Nachteile hat, die man eben mit einem richtigen Blog abschaffen kann. Das chronologische und kategorische Sortieren von Beiträgen, zum Beispiel und einfach der viel größere Spielraum bei Beiträgen. Klar bedeutet das auch viel mehr Arbeit, aber ich liebe es. Ein eigener Blog gehört für mich einfach zum Bloggen dazu. Abgerundet habe ich das ganze mit meinem Instagramaccount, weil ich einfach Lust hatte meine Buchfotos zu zeigen und dort den anderen Kunstwerken zu folgen. Und viele Blogger haben da richtig geniale professionelle Buchfotos. Ich kann da nicht mithalten, aber ich habe Spaß daran, Fotos zu schießen und habe meinen Instaaccount meinem Blog und meiner FB-Seite angepasst: leicht chaotisch, verrückt, aber ich!

Um zum Thema zurück zu kommen, ich blogge, weil ich den Austausch mit Buchverrückten liebe. Ich blogge, weil ich den engen Kontakt mit Autoren liebe. Ich blogge, weil ich die Kooperation und die gemeinsamen Aktionen mit den Verlagen liebe. Und mittlerweile blogge ich auch, weil ich mir ein Leben ohne nicht mehr vorstellen kann, weil ich meine Bloggerkollegen in mein Herz geschlossen habe, sie teilweise zu Freunden geworden sind und ich die gemeinsamen Aktionen mit ihnen liebe. Aber ich blogge nicht für kostenlose Rezensionsexemplare, das ist wirklich ein toller Nebeneffekt. Wenn ihr damit anfangt, lasst es! Das sag ich euch einfach ins Gesicht. Wenn ihr nur kostenlos Bücher wollt, fangt nicht das Bloggen an, denn das hat mit dem Bloggen für mich so gar nichts zu tun!

Denn was viele nicht beachten: Bloggen ist eine Leidenschaft, Bloggen spiegelt die Liebe zu Büchern wieder, Bloggen ist eine große Gemeinschaft von Buchverrückten, ABER Bloggen ist auch eine Heidenarbeit und sehr zeitintensiv.

Die liebe Jill von Letterheart hat hierzu zwei geniale Beiträge geschrieben, die ich euch einfach mal verlinke, wenn ihr wissen wollt, welche Arbeit hinter dem Bloggen steckt:

Bloggen und was dahinter steckt

Bloggen und was dahinter steckt-Teil 2

Ich kann ihr da nur voll zustimmen. Ich zeige euch das mal kurz an einem Beispiel von mir auf, wieviel Zeit ich in ein Rezensionsexemplar stecke. Angefangen beim Lesen natürlich, ich lese durchschnittlich etwa 50 Seiten die Stunde, also könnt ihr euch Zusammenrechnen, wie lange ich für ein 400 Seiten Buch benötige. Dann wären da natürlich die Fotos zum Buch. Die Rezension an sich schreiben dauert bei mir knapp eine Stunde. Danach das Hochladen auf den Blog, das Teilen auf den anderen Portalen, wie bei mir: Amazon, Thalia, Goodreads, Lovelybooks, Buecher.de und Facebook. Ihr seht, das allein nimmt Zeit in Anspruch. Zeit, die ich mir seht gerne nehme, denn ich liebe es! Und für mich käme es einfach nicht in Frage nur fünf Sätze zu schreiben und jedem Buch 5 Sterne zu geben. Das ist für mich nicht echt und ich könnte damit nicht leben. Ich habe meinen Weg gefunden, der ist zeitintensiv, aber ich liebe es.

Aber er beudeutet auch Zeit, die ich nicht immer habe, weshalb ich lange nicht alle Bücher als Rezensionsexemplar anfrage. Als Beispiel zeige ich euch nochmal das Foto meiner LBM Neuzugänge.

Einen Teil davon hätte ich anfragen können, weil ich mit den Verlagen zusammenarbeiten darf, aber ich habe es nicht getan. Ich wusste, dass ich gerade die Zeit nicht habe und schon genügend Exemplare diesen Monat habe um allen gerecht zu werden.

Denn was auch viele vergessen. Bloggen bedeutet Verantwortung!

Die Verlage und Autoren vertrauen uns Bloggern, sie geben uns ihre Buchbabys, damit wir sie lesen und rezensieren und ihnen genügend Zeit zukommen lassen, die sie auch verdient haben.

Eine kleine Anekdote vielleicht: ich saß mit Sanne auf der LBM, hatte gerade einen Termin bei Ravensburger hinter mir, wo wir in kleinerer Runde über neue Aktionen und Bücher aufgeklärt wurden, hatte davor schon etliche meiner liebgewonnenen Bloggerkollegen endlich live gesehen, strahlte über beide Ohren und sagte zu ihr nur: Bloggen höre ich nie mehr auf! Ich liebe es einfach, es ist nicht nur ein Hobby von mir, es ist zu einem Teil von mir geworden.

Deswegen helfe ich euch gerne, wenn ihr auch bloggen wollt, weil ihr eure Leidenschaft ausleben wollt. Das unterstütze ich total. Denn das ist ein weiterer Punkt, den viele vergessen: das Miteinander. Wir Blogger sind eine große Gemeinschaft, dass es da auch Hass und Neider gibt, sei mal nebensächlich, aber im Grunde sind wir eine große Familie, die dasselbe liebt: Bücher. Und wir unterstützen uns nicht nur durch gemeinsame Aktionen sondern auch durch tägliches Besuchen der Blogs und den sozialen Medien. Das hat Jill auch schon in ihrem Beitrag erwähnt. Ich liebe es auf anderen Blogseiten zu surfen und bin auch wahnsinnig viel auf Facebook. Ja, das frisst verdammt viel Zeit, aber auch das gehört dazu und macht Spaß. Es sollte ja immer ein Geben und Nehmen sein. Ich könnte mir auch in den Arsch beißen, wenn ich mal keine Zeit habe, durch die ganzen tollen Beiträge zu surfen, aber das nimmt einem auch niemand übel. Wenn man mal nicht kommentieren kann, reicht auch ein „Gefällt mir“ auf Facebook, ein Herzchen bei Insta oder eine „Gefällt mir“ unter dem Blogbeitrag. Damit zeige zumindest ich meinen Respekt vor der Arbeit meiner Bloggerkollegen, auch wenn ich es an manchen Tagen schleifen lasse.

 

Ich hoffe, ich konnte euch damit aufzeigen, warum ich blogge und was Bloggen für mich bedeutet. Wenn ihr noch Fragen dazu habt, nur raus damit.

Aber genau dieser Beitrag ist auch der Grund, warum ich sage, dass nicht Jeder mit dem Bloggen anfangen sollte. Das richtet sich aber lediglich an jene, die denken, ich greife mal schnell kostenlose Bücher ab und gut ist. Diese Blogs überleben sowieso nicht lange.

Alle anderen haben jetzt einen kleinen Einblick erhalten, wie viele Stunden ich täglich in meine Leidenschaft investiere und das Stöbern in verlagsvorschauen und auf Bücherportalen habe ich ja noch gar nicht erwähnt 😊

 

Was sind denn eure Gedanken zu diesem Thema?

Ich hoffe, ich bin niemandem auf den Schlips getreten, aber das spiegelt meine Meinung wieder und nur meine, möchte ich betonen.

 

Bis zum nächsten Mal!

 

Eure Kerstin.

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9 Gedanken zu „[Geplauder] Warum nicht Jeder Bloggen sollte und warum ich es liebe!

  1. Liebe Kerstin,

    ich finde es auch schade, dass manche anscheinend nur bloggen wollen, um etwas umsonst zu bekommen. Als ich noch meinen Buchblog hatte, habe ich mich überhaupt erat nach einem Jahr und etlichen Rezensionen zu selbst gekauften Büchern getraut, mal ein paar digitale Lese-Exemplare anzufordern.

    Ich finde vielen Blogs merkt man auch an, dass die Leidenschaft fehlt. Wenn es bei manchen nur kurze, austauschbare Kurzmeinungen aus zwei nichtssagenden Sätzen gibt, dann merkt man, dass da nicht viel Liebe drinsteckt. Ich denke man sollte bloggen, weil man das Bloggen an sich mag. Wenn man dann ab und an was umsonst bekommt, ist das ein angenehmer Nebeneffekt, sollte aber nie der Hauptantrieb sein.

    Liebe Grüße
    Claudia

    1. Huhu Claudi,

      versteh ich das richtig, dass du deinen Blog aufgegeben hast?
      Genau das meinte ich, was du so schön kurz zusammengefasst hast. Ich schreibe ja auch Rezis zu gekauften Büchern, weil ich es einfach liebe.

      Liebe Grüße, Kerstin

      1. Liebe Kerstin,

        meinen früheren Buch- und Philosophieblog Literasophie habe ich aufgegeben und das nachfolgende Mischmasch-Sammelsurium auch. Auf meiner Hauptwebsite habe ich aber auch eine kleine Literaturnische, da rezensiere ich aber nicht, sondern schildere eher meine Gedanken, die entweder von einem Buch inspiriert wurden oder mit Büchern zu tun haben.

        Liebe Grüße

        Claudia

  2. Huhuuuu,

    ich sehe es genauso wie du! Solche Nachrichten lassen mich nur die Augen verdrehen.
    Ich habe spontan mit dem Bloggen angefangen, weil ich es liebe mich mit euch und allen anderen Buchverrückten auszutauschen! Man kauft ein Buch und denkt sich sofort, das muss ich euch allen zeigen! :-D In meinem Bekanntenkreis gibt es auch niemanden, der so exzessiv liest und so leidenschaftlich ist wie ich! Du sprichst mir also direkt aus der Seele. In dieser Hinsicht liebe ich Facebook und Blogs, da man wirklich viel Gleichgesinnte hat. Dass man Rezi-Ex bekommt, sollte wirklich nur Nebensache sein, über die man sich natürlich auch hin und wieder freut, ganz klar, aber das Bloggen ist für mich eine Lebenseinstellung und ich glaube, das merkt man jemandem auch an! :-) Und was wir im Monat teilweise für neue Bücher Geld ausgeben, schaffen manche nicht im Jahr, manche bestimmt nicht mal im Leben! :-D haha Ich bin ganz bei dir und möchte es auch nie wieder in meinem Leben missen! <3

    1. Huhuuu 💕

      Wir sind da halt auf einer Wellenlänge 💜 Deswegen mag ich dich und deinen Blog so!
      Ja wir Bekloppten…der Wahnsinn des Buchkaufs nimmt kein Ende und ich liebe es 😂 Büüüüüüüücher. Ich hab heute noch gar nichts bestellt 😱

      Liebe Grüße

  3. Liebe Kerstin,
    Ein toller Beitrag. 💜
    Ich Stimme dir voll und ganz zu. Mit einer facebookseote habe ich angefangen und das gab ich lange so Gemacht wil ich wahnsinnig Angst hatte einem Blog nicht gerecht werden zu können. Aber als ich es dann endlich in Angriff genommen habe war ich von Anfang an verliebt. So viel Kreativität steckt in mir von der ich gar nichts wusste. So viel liebe für Bücher und buchmenschen. Mit hass und neid kann icj nichts anfangen und ich verstehe es oft auch gar nicht wenn es mal wieder Thema ist. Es ist traurig. Aber ich habe meinen weg gefunden dagegen zu wirken 😅 ich schreibe jede Woche einen Beitrag über eine bloggerkollegin als “kennst du schon” und versuche damit einfach ein bisschen mehr liebe in die buchwelt zu bringen. Keine Ahnung ob mir das gelingt aber es ist toll zu würdigen was die anderen ganz wie ich für Arbeit in ihre Blogs stecken. Und da geht’s um weit mehr als Rezensionsexemplare – wie du sagst verlage und oder autoren vertrsuen uns ihre babys an. Ich finde das sollte man als wertschätzung verstehen und nicht als Voraussetzung dafür einen Blog einzurichten. 🙈

    Ich könnte ewig darüber schreiben.

    Aber Schluss jetzt 😂 toller Beitrag bin da ganz bei dir. Sorry für das Geschwafel 🤣🤣🤣

    1. Huhu Nessi,

      ganz lieben Dank für deinen tollen Kommentar 💜 Dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen.
      Deine Kategorie „Kennst du schon“ lese ich fleißig mit. Die finde ich toll. Das hatte ich auch mal, aber die Hälfte hat schon wieder aufgehört, deswegen habe ich die Seite erstmal gelöscht, aber das mache ich bestimmt mal wieder.

      Liebe Grüße, Kerstin

  4. Das hast du gut geschrieben! Ich bin erst seit Kurzem unter den Bloggern, eigentlich hatte ich zuerst eine ganz andere Richtung (Restaurantkritik), das Bücherthema wollte ich nur mal “versuchen”, obwohl das schon immer meine Leidenschaft ist, aber ich traute mich nicht so recht in diesem Bereich. Doch während ich das machte, merkte ich, dass ich einfach viel mehr für die Bücher brenne und das einfach machen will. So hab ich die URL und den Blog “umgezogen”:) Wieviel Arbeit dahinter steckt hätte ich vorher wohl auch nicht so gedacht;) Aber es macht mir Spaß, denn seitdem ich blogge, bin ich auch noch mehr mit anderen am Reden über Bücher und das macht mir Spaß:) Liebe Grüße

    1. Huhu Kathrin,

      genau das meinte ich damit <3 Hauptsache es macht Spaß und man zeigt seine Leidenschaft. Und wenn man mal keine Zeit hat, ist das eben so, das kennt ja jeder.
      Dankeschön für deinen Kommentar <3

      Liebe Grüße, Kerstin

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