Der Löwe büllt von Tommy Jaud

Der Löwe büllt von Tommy Jaud

|Werbung| Der Löwe büllt wurde mir über Lovelybooks durch die S. Fischer Verlage als Vorableseexemplar zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank. Und es war wieder ein reines Vergnügen.

Der Löwe büllt
Von Tommy Jaud

Kein Mann kann vor seinen Problemen fliehen – zumindest nicht mit seiner Mutter.
Es läuft nicht gut für Nico Schnös, 47, den überforderten Controller mit der kaputten Brille. Warum gibt ihm seine Mutter seit dem Tod des Vaters täglich durch, was sie kocht und wie sie putzt? Was genau treibt Nicos Frau in dieser seltsamen Kuschelsekte, und warum flüchtet im Großraumbüro sogar der Saugroboter vor ihm?
Als er bei einem Wutanfall eine Kaffeetasse auf den Finanzvorstand wirft, schickt sein Chef ihn in den Zwangsurlaub: Entweder Nico kommt entspannt zurück, oder er ist seinen Job los. Der kanarische Ferienclub ist paradiesisch schön – doch sämtliche Entspannungsversuche gehen nach hinten los. Vielleicht hätte Nico nicht ausgerechnet seine hyperaktive Mutter mitnehmen sollen:
»Eine Zimmerkarte reicht, mein Sohn und ich machen eh alles zusammen!«
Bald schon ahnt Nico: Paradies und Hölle können sehr nah beieinander liegen.
Der Roman für alle, die schon mal mit ihren Eltern im Urlaub waren.

Bild- und Textquelle: S. Fischer Verlage


Bibliografie:

Erscheint: 30. April 2019
Verlag: Fischer Scherz
Seiten: 320
Preis: Paperback 16,99€
ISBN: 978-3-651-02558-5
Weitere Informationen zu „Der Löwe büllt“ direkt bei den S. Fischer Verlagen oder Amazon.de


Meine Meinung:

 

Was habe ich mich gefreut, als ich gesehen habe, dass es Nachschub von Tommy Jaud gibt. Ich liebe seinen schwarzen Humor und die sarkastische Art einfach und habe bisher jedes Buch verschlungen.
Auch „Der Löwe büllt“ hörte sich einfach wieder zu genial an und das war es auch. Zumindest zum größten Teil. Alles fand ich nicht so gelungen, aber dazu komme ich noch.

Tommy Jaud führt uns mit viel Witz und Charme durch die Geschichte um Nico Schnös. Dabei ist sein Leben gar nicht so humorvoll. Unter Dauerstress knallen ihm die Sicherungen durch und er entwickelt ein kleines Aggressionsproblem, seine Frau entwickelt sich plötzlich zum Mediationsguru und um alles zu toppen, verstirbt sein Vater plötzlich. Das alles ist zu viel für ihn und als er kurz vor dem Rauswurf aus seiner Firma steht, gibt sein Chef ihm eine letzte Chance: Cluburlaub auf den Kanaren, um runterzukommen. Dumm nur, dass er seine Mutter mitnimmt :)

Ich muss sagen, die erste Hälfte des Buches amüsierte mich köstlich. Ich habe selten so gelacht beim Lesen, weil der Autor es schafft, die Anekdoten so trocken rüberzubringen, dass man einfach nicht anders kann. Man muss losprusten vor Lachen. Wir erleben so einige Situationen, die ich mir bildhaft vorstellen konnte und die einfach für eine herrlich lockere Atmosphäre sorgten.
Im Urlaub angekommen ändert sich das aber nach kurzer Zeit. Tommy Jaud lässt Charaktere und Handlungen einfließen, die mir dann doch zu flach und zu drüber sind. Das fand ich persönlich dann auch nicht mehr witzig, sondern nur nervig. Zum Glück war das aber nur ein kurzes Zwischenspiel, danach fängt sich die Geschichte wieder. Natürlich war das auch der Höhepunkt der Geschichte vor dem Wendepunkt, das hätte ich mir doch etwas anders gewünscht. Allerdings bin ich sonst mehr als zufrieden und am Ende kommt sogar noch etwas Ernsthaftigkeit dazu mit einer Botschaft, die sich auch jeder zu Herz nehmen kann.

Die Charaktere sind so skurril und aus dem Leben, wie die Geschichte selbst. Nico hat es nicht leicht, aber daran ist er auch etwas selbst schuld. Dennoch mochte ich ihn, auch wenn er im Verlauf der Geschichte einige Sympathien verspielt hatte, am Ende konnte er diese wieder sammeln. Dazu kommt seine Mutter, die mich an ein Eichhörnchen mit ADHS erinnerte. Sehr anstrengend, aber auch herzensgut. Im Grunde aber ein sehr gutes Team, das sich aufeinander einspielen muss und wir dürfen dabei zuschauen. Hier sind Lacher vorprogrammiert.

Sehr gefallen hat mir der Aufbau der Geschichte. Abwechselnd erleben wir die aktuelle und wie es denn überhaupt so weit in Nicos leben kommen konnte. Das verschafft einen besseren Einblick in die Charaktere ohne langweilig zu werden.

Im Großen und Ganzen ist „Der Löwe büllt“ eine herrliche Sommerlektüre, bei der man nicht groß mitdenken muss, sondern sich einfach amüsieren kann. Ich freue mich schon auf weitere Werke des Autors.

 

Mein Fazit:

 

Dauerstress, Beziehungsprobleme und ein kleines Aggressionsproblem. Das ist aus Nicos Leben geworden. Da hilft nur ein Urlaub auf den Kanaren. Dumm nur, dass es ein Cluburlaub ist und auch noch mit seiner hyperaktiven Mutter. Dass das so nicht ganz mit der Entspannung klappt zeigt uns Tommy Jaud in „Der Löwe büllt“ auf seine herrlich erfrischende und sarkastische Art mit sehr viel Witz und auch Charme. Auch wenn ich manches dann doch zu überzogen und selbst nicht mehr lustig fand, war es im Großen und Ganzen eine gelungene Sommerlektüre, die einige amüsante Lesestunden verschafft hat und dazu noch eine sinnvolle Botschaft vermittelt. Ich kann es empfehlen.

(Meine Bewertung: 4 Sterne)

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