Auf einer Skala von 1 bis 10 von Ceylan Scott

Auf einer Skala von 1 bis 10 von Ceylan Scott

|Werbung| Auf einer Skala von 1 bis 10 wurde mir durch den Carlsen Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Und es ist wirklich erschütternd.

Auf einer Skala von 1 bis 10
Von Ceylan Scott

Auf einer Skala von 1 bis 10 Cover

Iris ist tot. Und Tamar sitzt in Lime Grove, einer geschlossenen Jugendpsychiatrie, wo sie den ganzen Tag lang sinnlose Fragen beantworten soll. Wie fühlst du dich, auf einer Skala von 1 bis 10? Du weißt schon, dass du dich nicht normal verhältst? Was genau ist eigentlich passiert? Aber Tamar sagt nichts. Sie kann einfach nicht erzählen, was mit Iris geschehen ist. Das Monster lässt es nicht zu.
Packend, echt, mitfühlend – dieser Insiderroman liest sich wie ein Thriller und sensibilisiert für die dramatischen Ausmaße psychischer Krankheiten.

Bild- und Textquelle: Carlsen Verlag


Bibliografie

 

Erschienen: 31. Mai 2019
Verlag: Chicken House
Seiten: 256
Preis: Hardcover 15,00€, EBook 10,99€
ISBN: 978-3-551-52111-8
Weitere Informationen zu „Auf einer Skala von 1 bis 10“ direkt bei Carlsen


Auf einer Skala von 1 bis 10 von Ceylan Scott

Meine Meinung:

 

„Auf einer Skala von 1 bis 10“ von Ceylan Scott ist ein absolut wichtiges Buch, denn es soll für psychische Erkrankungen sensibilisieren. Es hört sich zwar falsch an, aber ich liebe diese Art Bücher, auch wenn sie mich immer wieder an die Grenzen der Belastbarkeit treiben.
Auch dieses Buch ist einfach nur erschütternd, bedrückend, schonungslos und ehrlich. Genau das habe ich erwartet, denn das rüttelt wach. Leider konnte es mich nicht ganz begeistern, auch wenn es mir im Gesamten sehr gut gefallen hat und ich es euch auf jeden Fall empfehlen würde.

Die Umsetzung, die die Autorin gewählt hat, fand ich großartig. Wir erleben die Geschichte von Tamar im Jetzt und Vorher abwechselnd. Vorher, da war Tamars Welt zu Beginn noch in Ordnung bis sich ihre Freundin Iris das Leben nahm und Tamar sich die Schuld an ihrem Tod gibt. Sie sieht sich als Mörderin und ihr inneres Monster wächst und gedeiht. Es war für mich absolut fesselnd und auch schockierend, Tamar bei ihrem Zerfall zuzusehen.
Und ja, die Triggerwarnung auf dem Buch steht da nicht umsonst, denn wer selbstverletzenden Gedanken, Selbsthass bis hin zum Suizidversuch nicht aushält, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Absolut schonungslos werden wir ein Teil von Tamars Gedanken und das ist wirklich so bombastisch und gleichzeitig schockierend umgesetzt, dass ich Tamar unheimlich authentisch fand. Ich habe so mitgelitten und habe mitgefiebert, ob sie ihr inneres Monster besiegen kann.

Dazu schreibt die Autorin in einem herrlichen Stil. Einfach, jugendlich und auch frei Schnauze. Teilweise ist es etwas abgehackt, aber für mich passt das immer in die jeweilige Situation und macht alles noch authentischer und intensiver.

Kommen wir zu dem Punkt, der mir teilweise nicht so gefallen hat: das Jetzt. Das Lime Grove, die geschlossene Jugendpsychiatrie. Im Grunde fand ich auch diese einnehmend gezeichnet. Auch mit den anderen Patienten und den teils überforderten Pflegern. Dabei hätte ich nicht gedacht, dass in so einem bedrückenden Buch so eine lockere Stimmung entstehen kann, wie wir sie unter den Patienten erleben. Natürlich wird alles immer von Schockmomenten unterbrochen, denn wir sind in keinem Schullandheim.
Nicht gelungen fand ich am Lime Grove allerdings, dass man kaum etwas erfährt. Die Therapiesitzungen hätten mich richtig interessiert, die kamen aber etwas zu kurz und ich persönlich fand diese auch dubios. Die Einzelgespräche mit Dr. Flores haben mir irgendwie nicht zugesagt. Er war mir absolut unsympathisch und unfähig, aber das ist ja nur mein Eindruck von ihm. Vielleicht geht es euch da anders. Störend fand ich auch, dass ein Pfleger und ein Patient Will heißen, da kam ich mehrmals ins Stocken, wer von beiden denn jetzt eigentlich spricht. Hier habe ich mir einfach etwas mehr erwartet, um Tamars Genesungsweg genauso intensiv zu erleben.

Das war aber wirklich auch schon alles, was ich zu bemängeln habe und deshalb kann ich euch das Buch auch nur empfehlen.

 

Mein Fazit:

 

Selbsthass, manische Depressionen, Schizophrenie, Borderline, Suizid. Das sind alles Themen, mit denen sich Tamar in „Auf einer Skala von 1 bis 10“ von Ceylan Scott auseinander setzten muss. Jeden Tag, denn das alles und noch viel mehr nennt sie ihr inneres Monster. Absolut schonungslos, ehrlich, authentisch und bildhaft schildert uns die Autorin den Selbstzerfall an einer psychischen Erkrankung. Dabei ist Tamars Geschichte so einnehmend, fesselnd und bedrückend zugleich und trägt zu Recht eine Triggerwarnung, denn es ist keine leichte Kost. Ganz begeistern konnte es mich zwar nicht, ich habe etwas mehr erwartet, gerade aus dem „Jetzt“. Aber im Ganzen finde ich es so grandios umgesetzt, dass ich es euch nur empfehlen kann.

(Meine Bewertung: 4 Sterne)

 

Auch eine Empfehlung von mir zum Thema psychische Erkrankungen:

Kompass ohne Norden von Neal Shusterman

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