Dornenthron von Boris Koch – ganz anders als erwartet

Dornenthron von Boris Koch – ganz anders als erwartet

|Werbung| Dornenthron wurde mir durch die Verlagsgruppe Droemer Knaur als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank. Leider war es nicht das, was ich erwartet hatte.

Dornenthron

Von Boris Koch

Dornenthron von Boris Koch

Um einen Tyrannen zu stürzen, folgen sie einem alten Märchen.
»Dornenthron« ist eine düstere Neuinterpretation des geliebten Märchens “Dornröschen”: Boris Koch erzählt sprachgewaltig, atmosphärisch und fesselnd.
Das Königreich Lathien, einst Teil eines mächtigen Kaiserreichs, wird von Dürre und König Tiban beherrscht, einem grausamen Tyrannen. Die Menschen hungern, Räuberbanden ziehen durch das Land, Kinder werden verstoßen und Rebellion liegt in der Luft.
Ukalion, der illegitime Bastard des Königs, möchte seinen verhassten Vater stürzen und begibt sich in die ehemalige Kaiserstadt Ycena. Einst war sie prunkvoll und voller Leben, nun stehen nur noch von alter Hexerei verseuchte Ruinen – und der alptraumhafte Palast. In ihm soll noch immer die Kaiserstochter schlafen, seit sie vor 600 Jahren vom Zirkel der 13 Zauberinnen in einen ewigen Dornröschenschlaf versetzt wurde. Den Legenden zufolge wird ihr Retter die dreizehn Königreiche wieder vereinen und Kaiser werden.
Auch Tyra, die ehemalige Duftfinderin, hat die Fährte aufgenommen. Sie jagt den rätselhaften Mann, der ihren Sohn entführt hat und allem Anschein nach ein Hexer ist – oder etwas noch Schlimmeres. Welche Pläne hat er mit dem kleinen Jungen? Und Tyras Kind ist nicht das einzige, das er in seine Gewalt bringt …

Bild- und Textquelle: Droemer Knaur


Bibliografie
Erscheinungsdatum: 01. April 2020
Verlag: Knaur
Reihe: ja, Band 1
Seiten: 432
Preis: Klappenbroschur 14,99€, EBook 9,99€
ISBN: 978-3-426-52494-7
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Dornenthron von Boris Koch

Meine Meinung:

 

Dornenthron von Boris Koch wurde als düstere Neuinterpretation des Märchens Dornröschen angepriesen und damit war ich sofort hin und weg und musste das Buch einfach lesen. Am Ende kann ich sagen, dass es lange nicht das war, was ich erwartet hatte und meine Erwartungen doch der Enttäuschung gewichen sind.

Schlecht war das Buch keineswegs, denn der Autor schafft eine unheimlich faszinierende und einnehmende Welt, die mich auch atmosphärisch überzeugen konnte, obwohl ich sie etwas düsterer erwartet hätte. Allerdings wollte ich einfach eine Neuinterpretation des bekannten Märchens lesen und nicht den ausschweifenden Weg dorthin. Ich war echt verwundert, dass es sich bei dieser Geschichte um keinen Einzelband handelt und gerade deshalb war meine Enttäuschung auch so groß.

Wir befinden uns in einer Welt, in 13 Königreiche unterteilt mit einer alten Legende um die alte Kaiserstadt Ycena. Dort soll seit 400 Jahren die Kaiserstochter im Schlaf liegen und von einer riesigen Dornenhecke überwuchert sein, verschuldet von den großen dreizehn Hexen. Die Völker leiden unterdessen unter ihren tyrannischen Königen, der Hungersnot und Armut. So beschließen gleich mehrere Charaktere in die alte Kaiserstadt aufzubrechen und die Kaiserin durch einen Kuss zu erlösen, um selbst Herrscher zu werden und das Leben aller zu ändern.

Und genau da lag das Problem bei mir. Der verachtete Müllerssohn Ukalion, die ehemalige Duftfinderin Tyra, das Geschwisterpaar Perle und Ion und eine trauernde Schwester eines Gehängten machen sich auf den Weg. Dazu kommt natürlich noch die Erzählungen aus Ycena selbst, denn dort hat sich eine Siedlung von Suchern gebildet.

Wir lernen alle Charaktere und ihre Hinter- und Beweggründe genauestens kennen und begleiten sie auf ihrem Weg nach Ycena. Jeder einzelne ist wundervoll und authentisch gezeichnet, da gibt es nichts zu meckern. Ein jeder hat ein tragisches Schicksal und die Hoffnung im Blick. Jedoch konnte für mich auch keiner besonders hervorstechen und mir war es schlicht zu spannungslos und langatmig, denn wir begleiten die Charaktere wirklich in jeder kleinsten Weise. Alles ist so unheimlich ausschweifend und detailgenau erzählt. Mir war das zu viel. Ich wollte einfach zum Punkt kommen und damit auch in der Geschichte voran. Es passierte zwar einiges in den einzelnen Handlungssträngen, aber das meiste war für mich wirklich spannungslos, auch wenn es teils faszinierend war. Für mich ist das Ganze einfach unnötig in die Länge gezogen. Am Ende laufen zwar alle Stränge zusammen, aber die Geschichte selbst hat noch nicht einmal richtig begonnen.

Die Interpretation des Märchens selbst und alles was dahintersteckt, konnte mich vollends begeistern. Genau das wollte ich lesen, aber doch kam es viel zu kurz. Im Grunde lesen wir hier eine ausschweifende Vorgeschichte und lernen alle Details und Hintergründe der Welt kennen. Das ist leider nichts, was mich begeistern könnte oder neugierig auf den zweiten Teil macht. Ich würde zwar gerne erfahren, wie Ycena gerettet werden kann, aber dennoch schrecke ich davor zurück, den nächsten Band zu lesen. Denn dass der Autor gerne außen rum erzählt, statt zum Punkt zu kommen, habe ich jetzt mehr als deutlich gespürt.

Von mir gibt es leider nur eine beschränkte Leseempfehlung. Ihr müsst wirklich Geduld beim Lesen aufbringen und ausschweifende Details dürfen euch nicht stören. Die Grundidee ist absolut genial, die Umsetzung mir persönlich zu langatmig und spannungslos, steckt sie auch noch so voller faszinierender Details.

 

Mein Fazit:

 

Dornenthron von Boris Koch war leider nicht das, was ich erwartet hatte. Für mich war diese Neuinterpretation von Dornröschen zwar eine grandiose Idee allerdings mit langatmiger und unnötig ausschweifender Umsetzung, die mich leider nicht in ihren Bann ziehen konnte. Die Welt und Hintergründe sind absolut faszinierend, aber meine Geduld wurde doch sehr strapaziert, weil der Autor einfach nicht zu dem Punkt kam, der mich an der ganzen Sache interessierte. Und so müssen wir auf die Fortsetzung warten und hoffen, dass er es in dieser schafft.

Von mir gibt es leider nur eine eingeschränkte Leseempfehlung und 3 Sterne für das atmosphärische Setting und die Idee hinter allem.

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6 Gedanken zu „Dornenthron von Boris Koch – ganz anders als erwartet

  1. Hi Kerstin!

    Ja, das hat leider die “Ankündigung” vergeigt – denn hätte man direkt gesagt, dass das ein erster Band ist, ein Auftakt, dann kommt das Gefühl der langen Passagen gar nicht so rüber.
    Zumindest geht es mir so, und ich hab zum Glück genau einen Tag vorher erfahren, dass ein Reihenauftakt ist. Somit hab ich mit einer ganz anderen Erwartungshaltung gelesen und dadurch kam mir das auch nicht zu lang oder detailliert vor – mir hat es sogar echt richtig gut gefallen.

    ABER, eben nur weil ich das wusste :) Ich weiß auch nicht, warum das nicht gesagt wird, ja regelrecht “verheimlicht” wird, sowas ist total doof!

    Meine Rezension kommt auch in den nächsten Tagen, werde deine dort dann auch verlinken :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Huhu Aleshanee,

      ehrlich gesagt kann ich nicht sagen, ob mir das Buch besser gefallen hätte, wenn ich gewusst hätte, dass es ein Reihenauftakt ist. Ich mag generell keine zu ausschweifenden Details und mir war es einfach zu wenig Handlung. Es hätte mich wohl so oder so nicht überzeugt. Schade.

      Hab schöne Osterfeiertage.

      1. Ok, dann war es wohl einfach nichts für dich …

        Bei mir macht das schon einen Unterschied – wenn ich weiß, dass da noch Fortsetzungen kommen, erwarte ich keine “schnelle / kompakte” Handlung, sondern ja, einen Anfang, einen Auftakt – da hab ich beim Lesen gleich eine ganz andere Erwartung als bei einem Einzelband … ich merke das schon :)

        Wünsch dir auch schöne Feiertage!!!

    1. Huhu Sandra,

      Dankeschön für‘s Verlinken.
      Ja, so unterschiedlich kann man Geschichten aufnehmen. Ich habe nichts gegen ausführliches Einführen, nur war es nur hier eben zu langweilig. Geschmäcker halt.

      Liebe Grüße,
      Kerstin

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