Die Überflutung des Buchmarktes – schweigen und hinnehmen oder kämpfen?!

Die Überflutung des Buchmarktes – schweigen und hinnehmen oder kämpfen?!

Überflutung des Buchmarktes #wirwolleniskari3

Die Überflutung des Buchmarktes – schweigen und hinnehmen oder kämpfen?!

Warum ich für Iskari kämpfe #wirwolleniskari3

 

Hallo ihr Lieben,

ihr habt es ja sicher in den sozialen Netzwerken mitbekommen, dass es gerade wieder hoch hergeht und einige Blogger, unter anderem auch ich, offen für Iskari 3 von Kristen Ciccarelli kämpfen. Und wie mir auch von einigen Seiten schon vorgeworfen wurde, somit auch offen gegen den Heyne Verlag, der Band 3 nicht mehr übersetzen wird. Deswegen habe ich mich dazu entscheiden, hier einen Beitrag zu schreiben, in dem ihr alle Gründe seht und vor allem auch worum es mir überhaupt geht. Denn wer nur einen Post liest, beleidigt mal eben schnell ohne die Hintergründe zu kennen.
Kurz gesagt, ja natürlich kämpfe ich für Iskari, aber auch für so viel mehr. Ich kämpfe für den Wertverlust der Bücher an sich und ich spreche nicht von Geld.

Was ich genau damit meine?
Iskari ist der Auslöser, dass ich auch endlich mal den Mund aufmache, denn ich liebe diese Reihe wirklich abgöttisch. Das ist der sogenannte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Schon länger ärgert mich die Entwicklung, dass immer wieder Buchreihen eingestellt werden.
Es braucht mir auch niemand vorwerfen, dass ich mich kindisch verhalte, mit dem Fuß aufstampfe und gegen einen Boykott von Heyne aufrufe. Dies alles mache ich nämlich nicht, das ist schlichtweg gelogen.
In Sachen Iskari stand ich lange und oft mit Heyne in Kontakt, sei es Facebook, Instagram oder per Email. Wenn denn überhaupt eine Antwort kam, war es immer dasselbe, was übrigens auch etliche andere Blogger erhalten haben, mit demselben Wortlaut. Erster Punkt war immer: zu hohe Kosten für Marketing und Übersetzung. Der zweite die Bitte um Verständnis, dass man uns als Leser nicht verlieren will.

Und ja, da setzte bei mir Unverständnis und Wut ein und zwar aus mehreren Gründen und ich spreche hier nur anhand des Beispiels Iskari. Mir hat der Heyne Verlag geschrieben, dass sie kein Geld mehr in Marketing stecken können, das würde die Kosten übersteigen. Ich frage mich: in welches Marketing? Iskari 2 wurde durch den Verlag kaum bis gar nicht beworben, also schonmal keine großen Kosten.
Das Marketing selbst haben die letzten 2 Wochen etliche Blogger übernommen, die sich für Iskari eingesetzt haben und diese Reihe unter dem Hashtag #wirwolleniskari3 wieder in den sozialen Medien präsent gemacht haben. Und siehe an: die Buchkäufe und Rezensionen steigen. Marketingkosten für den Verlag – null.

Selbstverständlich werden immer wieder Reihen eingestellt, wenn der wirtschaftliche Faktor gar nicht passt. Verstehe ich auch, wenn ein erster Band so gar nicht bei der Leserschaft ankommt. Bei Iskari ist das aber nicht so wirklich der Fall, allein Band 1 hat 148 Rezensionen auf der Hauptseite des Verlags, hiervon sind übrigens alleine 93 Rezensionen mit 5 Sternen bewertet. Läuft nicht so schlecht würde ich sagen.
Woran liegt es denn dann? Das war unser Ziel herauszubekommen und für diese Trilogie zu kämpfen, aber Heyne stellte sofort auf stur.
Im Falle Iskari bin ich persönlich einfach nur unendlich enttäuscht, da diese Reihe nicht verdient hat, eingestampft zu werden und ich kämpfe dafür. Etliche Blogger haben dem Heyne Verlag Vorschläge unterbreitet: noch mehr unbezahlte Werbung, eine Vorbestelleraktion um die Nachfrage nach Iskari 3 in Zahlen zu sehen und, und und. Alles wurde von vornherein abgeschmettert mit dem Kommentar: „Unser Herz hängt auch an der Reihe, aber wir können nichts machen.“
Meine Frage ist hier: können oder wollen?!
Deswegen bin ich so sauer und enttäuscht auf und von Heyne. ABER ich rufe keineswegs zum Boykott auf, denn gerade den Jugendbuchbereich des Verlags finde ich großartig. Aber ich mache etwas, das ich eigentlich nicht mache: ich warte ab ob eine Reihe auch komplett erscheint bevor ich sie lesen werde.

Übertrieben meint Ihr?
Ihr dürft nicht vergessen, dass hinter Heyne eigentlich der millionenschwere Konzern Randomhouse sitzt. Heyne mag da vielleicht wirklich nichts für können, aber Randomhouse kann, wenn sie denn wollen würden.
Was macht Randomhouse? Schmeißt monatlich allein über 100 Bücher auf den Markt und bewirbt vielleicht eine Handvoll. Was mit dem Rest geschieht, könnt ihr euch vorstellen. Schaut euch nur mal auf der Verlagsseite um, wie viele Bücher dort im Monat erscheinen. Im Dezember sind es 130 Bücher. Im November waren es 202 und im Januar sind es 122.

Und genau hier sehe ich das eigentliche Problem, gerade bei diesem riesigen Konzern. Der eigentliche Wert der Bücher geht verloren, sie werden zur Geldmaschine. Bringt eine Reihe kein Geld, wird sie eben abgesetzt. Immer wieder werden Leser enttäuscht und bleiben auf ihren Kosten sitzen, da die bisher erschienenen Bücher umsonst gekauft wurden. Nicht jeder kann auf die englischen Bücher zurückgreifen. Ich könnte es, aber das ist nicht der Sinn der Sache in meinen Augen. Für was habe ich denn diesen Sektor im deutschen Buchmarkt, wenn ich die ausländischen Reihen doch in der Originalsprache lesen muss.

Denn hier kommen wir zu meinem eigentlichen größeren Ziel, das endlich mal angesprochen werden muss. Der Buchmarkt wird überflutet. Es erscheinen viel zu viele Bücher. Jeder verliert den Überblick und ist übersättigt. Unbekannte Autoren und Reihen gehen unter bevor sie überhaupt Licht sehen. Und warum? Wegen Geld! Nur wegen Geld!

Ich mache jetzt meinen Mund auf, weil ich die Verlagswelt zu einem Umdenken anregen möchte.

Dieser Überfluss muss nicht sein. Ich persönlich brauche diese Überflutung des Buchmarktes nicht. Man muss nicht so viele Leser enttäuschen. Ein Buch ist weit wertvoller als Geld. Wenn man weniger Bücher produzieren würde, könnte man auch mehr Geld in Marketing, Übersetzung und Lizenzen stecken und was würde dann geschehen? Bücher werden gesehen, Buchverkäufe angeregt….Oooooh, vielleicht würden weniger Reihen eingestellt werden, das wäre doch mal utopisch oder nicht?!

Natürlich rede ich nicht nur vor mich hin, ich kann euch auch am Beispiel Randomhouse zeigen, was ich meine. Diese Reihen habe ich übrigens in meinen Regalen oder Wunschlisten und sie werden nie beendet werden. Und das war jetzt nur spontan zusammengeschrieben, ich würde sicherlich noch mehr finden:

  • Iskari von Kristen Ciccarrelli (Heyne) → Band 3 der Trilogie erscheint nicht
  • Renegades von Marissa Meyer (Heyne) → Nur Band 1 und 2
  • Schule der Magier von Henry Neff (cbj) → Nur Band 1-3
  • Das Mädchen, das Geschichten fängt von Victoria Schwab (Heyne) → Nur Band 1 der Dilogie
  • Das Feuerzeichen (Heyne) → Nur Band 1 und 2
  • Half Bad von Sally Green (cbj) → Nur Band 1 der Trilogie
  • Poison Princess von Kresley Cole (cbj) → Band 1-3 (im englischen sind bereits 6 Bände erschienen)

Wenn bei einer Verlagsgruppe ein Muster zu erkennen ist, ist es meiner Meinung nach nicht verwerflich, dass ich meine Stimme nutze und darauf aufmerksam mache. Da nehme ich es auch in Kauf, dass dies nicht alle gut heißen. Ist so, ich kann es nicht jedem Recht machen und das ist meine Meinung. Aber Jammern und nichts tun bringt auch nichts.
Wird Ramdomhouse umdenken? Wegen meinem Post sicher nicht, aber die Buchcommunity ist groß und warum sollte man nicht zusammenhalten, wenn man ein gemeinsames Ziel, wie in diesem Fall Iskari 3, hat. Wir sind gescheitert, aber aufgeben werden wir nicht.

In diesem Sinne,

Eure Kerstin.

 

Und wer Iskari noch nicht kennt, der kann sich hier in meinen Rezensionen umschauen:

Iskari – Der Sturm naht von Kristen Ciccarelli

Iskari – Die gefangene Königin von Kristen Ciccarelli

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16 Gedanken zu „Die Überflutung des Buchmarktes – schweigen und hinnehmen oder kämpfen?!

  1. Hi,
    toller Blogpost! ich habe das ganze Thema auch in den letzten Tagen auf insta verfolgt.
    Mir tut es am meisten bei “Renegades” weh. Das Ganze erinnert mich sehr an “Throne of Glass”. Band 1 und 2 erschienen als Hardcover und dann kam nix mehr. Mittlerweile gibt es alle Bücher als Taschenbuch und sogar als Hörbuch. Ich glaube zwar, dass es an der Beliebtheit von ACOTAR liegt, aber da sieht man wieder, was die Community schafft. Aber ich verstehe die Verläge auch, wenn sich das nicht rentiert kann man da kein Geld investieren.
    Manchmal frage ich mich auch, ob man Bücher vorbestellen sollte. Ich mache das persönlich nie. Aber dawürde der Verlag sehen wie hoch die Anfrage ist.

    Ich finde das ist ein ganz schweres Thema, wo man beide Seiten sehr gut verstehen kann. Ich werde mir wohl Renegades 3 auf englisch holen.

    Liebe Grüße
    Denise ♥

    1. Achja, um nochmal auf die Hauptfrage zu antworten :P
      Ich finde man sollte dafür kämpfen!
      Probieren kann man es. Allerdings sollte man es dann auch hinnehmen, wenn der Verlag Argumente dagegen bringt.
      Und finanzielle Argumente sollte man auch verstehen, weil da sitzt immernoch eine Firma, die Geld verdienen will. Keine Firma würde ein Produkt rausbringen, mit dem es ein Minus Geschäft macht. Und wenn Band 2 schon ein Minusgeschäft war, weiß der Verlag natürlich, dass Band 3 es auch sein wird. Ich meine keiner list Band 3 vor Band 2 :P

      Ich finde es unglaublich toll, dass Blogger ihre Reichweite nutzen um wirklich etwas für die Community zu tun! Vielen Danke dafür ♥♥
      Ich wünsche mir so sehr, dass der Verlagdarauf hört und wenigstens eines der Bücher weiterführt (Vorzugsweise Renegades :P)

      1. Huhu Nisi,

        Dankeschön für deinen Kommentar.
        Klar verstehe ich die Verlagsseite, aber es ist doch auffällig, dass von Randomhouse viele Reihen leiden. Geht ja auch ins Geld.
        Und wir warten ja alle, dass der Verlag mal eine richtige Antwort gibt statt immer nur 3 Sätze copy and paste.
        Aber ändern können wir eh nichts, wenn sie nicht wollen, nur gesagt werden muss es auch mal.

        Hab einen schönen Tag.
        Liebe Grüße,
        Kerstin

  2. Ich hatte Iskari im Auge und hatte eigentlich vor diese Reihe zu kaufen, derzeit aber sehe ich davon ab…. Verlagsunabhängig habe ich hier 2 Reihen die nicht ins weiter ins deutsche übersetzt werden und bei denen ich wohl tatsächlich englisch lesen muss um zu wissen wie es weitergeht. Lektion für mich : wenn ich nicht 100% weiss das die Reihen weiter übersetzt werden, kaufe ich nicht 1 Band! Für mich ist das anfüttern und dann verhungern lassen…. Zum Glück gibt es Verlage und auch Bücher die auf deutsch sind und die ich gerne lese…. Alternativen sind zum Glück da, wobei die meisten tatsächlich Empfehlungen seitens freiwilliger Buvhblogger sind. Da diese für mich die höchste Glaubwürdigkeit haben….

    1. HUhu Nora,

      schade, aber kann ich verstehen. Die Enttäuschung ist einfach zu groß wenn man wieder hängen gelassen wird.
      Iskari könntest du sogar lesen, die einzelnen Bände sind in sich abgeschlossen.

      Liebe Grüße, Kerstin

  3. Huhu Kerstin,

    ein toller Blogpost!
    Heute habe ich auch ein Foto mit #wirwolleniskari3 auf Instagram hochgeladen, denn ich finde diesen Hashtag richtig gut! Ich habe bisher nur den ersten Band der Iskari Reihe gelesen, der zweite steht immer noch auf meiner Leseliste für dieses Jahr, denn der erste Band hat mir richtig gu gefallen! Ich finde es total schade, dass die Reihe einfach nicht weiter übersetzt wird und, dass die Bookstagrammer darauf aufmerksam machen – eben mit diesen Hashtag, dass sie zeigen, dass ihnen was an den Büchern liegt. Auch, wenn der Verlag seine Meinung trotzdem nicht ändern wird.
    Auch Renegades, Illuminae und Poison Princess stehen bei mir im Regal und besonders bei den letzten beiden Reihen finde ich es richtig schade, dass diese nicht fortgeführt werden, weil die Bücher mich echt begeistern konnten. Auch wenn ich verstehe, dass der Verlag Kosten hat, kann ich es nicht immer nachvollziehen, wenn Reihen einfach nicht mehr übersetzt werden.

    Liebe Grüße
    Chianti

    1. Huhu Chianti,

      das freut mich, dass du auch dabei bist und ich wünsche dir ganz viel Freude mit Iskari 2.
      Illuminae ist übrigens nicht eingestellt, das hat dtv dementiert.

      Liebe Grüße,
      Kerstin

  4. Hi Kerstin,

    man kommt ja fast nicht drumrum, denn die verärgerten Posts häufen sich … mich selber ärgert das auch schon seit Jahren, allerdings hab ich jetzt nie so drauf geachtet, von welchen Verlagen das speziell ist und ob das bei einem Verlag oder eben bei einer Verlagsgruppe, häufiger vorkommt.

    Ich hab vor ca. 1-2 Jahren schon angefangen, vorsichtiger mit neuen Reihen zu sein. Weil es in den letzten 10 Jahren bei mir auch oft vorkam, dass gerade der letzte Band (von drei) nicht mehr übersetzt wurde – und mein englisch ist auch leider nicht so gut, obwohl ich das ja immer wieder auffrischen wollte. Leider kam es bisher nicht dazu ^^
    Aber wie du schon sagst, wenn es deutsche Übersetzungen gibt, dann bitte auch von der ganzen Reihe, grade wenn es “nur” 2 oder 3 Teile sind.

    Wenn man erwähnt, dass man die Bücher erst kauft, wenn alle Übersetzungen auf den Markt sind, wars ja immer so, dass man gesagt bekam: dann sieht der Verlag keine Verkaufszahlen und übersetzt nicht mehr weiter.
    Meiner Erfahrung nach aber bringt es mir nichts, denn ich hab ja schon oft Reihen gekauft und saß dann ohne dem letzten Band da.
    Ich find das einfach doof und warte jetzt bei den meisten tatsächlich schon länger :)

    Mit der Überflutung, ja, das ist ein ähnliches Problem. Einerseits wollen ja viele Selfpublisher auch eine Chance bei einem Verlag, aber es gibt einfach so eine Masse an schreibenden Menschen, dass das einfach nicht geht.
    Inwieweit der Verlag dann auswählt, oder mit welchen Kriterien, keine Ahnung.
    Was ich aber gar nicht verstehe, genauso wie du, dass eine gut laufende Reihe abgesetzt wird und dafür dann 10 neue erscheinen, von denen man ja auch noch nicht weiß, wie sie laufen werden.

    Bin gespannt, wie die Verlage drauf reagieren und weitermachen.

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Huhu Aleshanee,

      ich hoffe, dass die Verlage irgendwann überhaupt reagieren.
      Ich warte bei Reihen jetzt auch, auch wenn das eigentlich nicht der Sinn ist. Denn verkaufszahlen bestimmen ja die Fortsetzungen. Aber wenn dann die Gefahr eh da ist, dass es – warum auch immer – eingestellt wird, ist mir mein Geld auch zu schade.
      Ein zweischneidiges Schwert, aber so schaut eben jeder auf seine wirtschaftliche Lage.

      Liebe Grüße,
      Kerstin

      1. Ja, das bekomme ich schon länger gesagt: wenn jeder die ersten Bände nicht kauft, rentiert es sich nicht für den Verlag …

        Aber für mich als Leser rentiert es sich nunmal auch nicht, wenn ich nie weiß, ob ich die Reihe fertig lesen kann oder nicht. Vor allem da es einfach so häufig passiert. Ich seh es ja nicht nur bei den Reihen die ich lese (und das schon seit Jahren!) sondern auch bei anderen die sich “beschweren”.

        Mal sehen, wie sich das entwickelt.
        Ich hab deinen Beitrag übrigens heute auch in meiner Stöberrunde verlinkt :)

        Ich wünsch dir ein schönes Adventswochenende und Frohe Weihnachten!

        Liebste Grüße, Aleshanee

  5. Guten Morgen liebe Kerstin,

    ich gebe dir in allen Punkten recht. Eine Reihe mittendrin einzustampfen ist blöd – sowohl für die Leser als auch für den Autor.

    Ich möchte an dieser Stelle nur kurz auf die Marketingkosten eingehen. Ja, durch euren Aufruf hat Iskari sicherlich an Aufmerksamkeit gewonnen – kostenlos. Jedoch setzen alteingesessene Verlage wie Randomhouse noch sehr viel auf analoge anstatt digitale Werbung, sprich: Buchhandel. Und hierbei entstehen Kosten, ob leider sogar sehr viele. Du musst die Buchhändler davon überzeugen, dass dein Buch es wert ist, in ihrem begrenzten Platz im Buchladen auszuliegen. Das wird schon mal ziemlich schwierig, wenn Band 1 und 2 – warum auch immer – semi-erfolgreich waren. Warum soll sich ein Buchhändler einen Ladenhüter hinlegen, wenn er mit einer anderen, gut gehenden Buchreihe sehr viel mehr Geld verdienen kann?
    Hinzu kommen Druckkosten für die Werbeprospekte. Auch hier können unmöglich alle Titel (wie du herausgefunden hast über 100 im Monat) abgedruckt werden, sondern der Verlag muss sich auf die mit dem meisten Potential beschränken.
    Um die Buchhändler zu überzeugen, muss Marketing-Equipment produziert werden. Das geht über Aufsteller, Banner bis hin zu Buchauslagen, die dann letztendlich im Laden liegen. Diese Auslagen kommen meistens zurück und müssen vernichtet werden, weil sie abgegriffen und teilweise beschädigt – somit unverkäuflich – sind.
    Dann gibt es noch die Mitarbeiter, die sich verlagsintern mit dem Marketing beschäftigen, und sei es nur, dass sie Exemplare an Blogger raussenden und nicht aktiv eine große Marketingstrategie entwerfen. Diese Mitarbeiter müssen bezahlt werden. Für den Verlag ist es sinnvoller, wenn sich diese Mitarbeiter um Titel mit höherem Potential kümmern. Selbst die Mitarbeiter, die deine und die Nachrichten der anderen Iskari-Anhänger beantworten, müssen bezahlt werden – Ressourcen, die aus Verlagssicht anderweitig dringender gebraucht würden.

    Ich möchte noch mal ganz klar sagen, dass ich die Aktion gut, richtig und wichtig finde. Nur die Aussage, es gäbe ja keinerlei Kosten für den Verlag, ist so nicht korrekt. Diese Aussage fiel in einigen Diskussionen, deshalb hoffe ich, mit diesem Kommentar auch die andere Seite etwas beleuchten zu können.

    Ich kenne die Reihe selbst nicht (hat mich weder vom Cover noch dem KT getriggert), aber ich mache gerne mit und sage #WirWollenIskari3

    Alles Liebe
    Asuka

    1. Huhu Asuka,

      da hast du natürlich recht, aber ich sage das ja nicht ohne Grund. Iskari wurde eben nicht bis kaum beworben und ist auch im Buchhandel kaum zu finden, das finde ich echt schade. Man geht einach davon aus, dass es schon laufen wird und wenn nicht ist das auch egal. Diesen EIndruck hat mir der Verlag vermittelt.
      Das ist das, was ich eigentlich sagen wollte speziell in diesem Fall. Und dass wir Blogger das jetzt übernehmen sind null Kosten für den Verlag.
      Aber ja, ich gebe dir Recht, es gibt immer zwei Seiten. Und würde der Verlag mit uns mal richtig kommunizieren, würden wir vielleicht auch deren Seite verstehen.

      Liebe Grüße, Kerstin

  6. Ich hab die Diskussion gar nicht verfolgt, aber ich sehe den Artikel aus mehrerlei Hinsicht kritisch:

    0.5 – Du verwendest einen semi-sachliche Überschrift, um eine sehr deutliche Kolumne zu bewerben – ich war als Leser enttäuscht.

    1. Positiv finde ich, dass Blogger und Zuschauer etwas bewirken und sich das die Verantwortlichen zu Herzen nehmen. Es ist total interessant, wie die Käufer ihre Macht demonstrieren.

    2. Andererseits frage ich mich, ob es nicht anmaßend ist, als Blogger über ein Unternehmen zu entscheiden. Ohne die Mechanismen zu kennen, die dahinter stehen. Warum sollte ein Verlag auf Blogger hören – sie bewerben Bücher, aber die größte Käuferschaft sind wohl immer noch Leute, die auf Amazon oder in Buchhandlungen stöbern. Oder den Autor kennen. Überschätzen Blogger ihre Macht? Ich frage mich, ob es indirekt nicht um Wertschätzung geht – dass Blogger, die ein Buch beworben haben, jetzt eine Belohnung in Form von Band 3 erwarten.

    3. Ich finde die Argumentation etwas unsachlich: Du beobachtest und ziehst deine Schlüsse, aber du führst das nicht aus. Wer hat die 193 Rezis getippt? In welchem Zeitraum? Und was bedeutet das in Zahlen für den Verlag? Wie teuer ist die Lizenz und eine Übersetzung? Wie sind die 200 Neuerscheinungen zu bewerten? Ein Stück wird Weihnachtsgeschäft sein, ein Stück Bücher von Promis, die ihre Bücher über Lesungen selbst bewerben. Und 200 Bücher finde ich für ne Verlagsgruppe nicht soviel – vermutlich zählen dort auch Sachbücher, Gedichtbände … sowas summiert sich.

    4. Das mit Abwertung der Literatur gleichzusetzen, ist sehr überspitzt. Ich sehe es auch kritisch, dass soviele Bücher erscheinen, aber was passieren würde, wenn weniger produziert werden würde? Der Verlage würde vlt. zur Nische werden, weil er nichtmehr die breite Käuferschaft abdecken kann. Die Querfinanzierung zwischen Büchern bekannter Autoren und unbekannter Autoren würde schwieriger werden. Der Verlag müsste sich intensiver um seine kleinere Käuferschaft kümmern und wäre wirtschaftlich schwierig dran. Das wäre meine Idee.

    5. Wertschätzung: Ich verstehe nich, was so schlimm am Original ist, abgesehen von der Sprachbarriere. Geht es nicht darum, den Text, die Autorin, die Arbeit dahinter wertzuschätzen? Dazu braucht man die deutsche Sprache nicht. Im Mangabereich sind Fanübersetzungen gang und gäbe, wenngleich das nicht gut für die dt. Verlage ist. Ich finde es, im Gegenteil, toll, dass wir in Deutschland problemlos an englische Originale heran kommen, wenn wir das wollen.

    1. Hallo Evy,

      Dankeschön für deinen ausführlichen Kommentar und schade, dass du von meinem Beitrag enttäuscht bist.
      Aber der Text ist für mich passend zur Überschrift. Anhand deiner Punkte sehe ich ja, dass du etwas ganz anderes erwartet hast und grundlegend eine andere Meinung zum Thema hast.
      Ist auch vollkommen ok, der Beitrag spiegelt ja nur meine Meinung und geht weder um Macht der Blogger noch Anmaßung.

      Hab ein schönes Wochenende.

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