Finstere Wasser von Sarah Koch

Finstere Wasser von Sarah Koch

|Werbung| Finstere Wasser wurde mir durch den Piper Verlag über NetGalley als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank. Leider konnte mich das Buch überhaupt nicht überzeugen und verlor am Ende sogar noch einen Extrapunkt.

Finstere Wasser
Von Sarah Koch

Finstere Wasser Von Sarah Koch

„Ich weiß, was du bist“, höre ich mich sagen und erschrecke vor mir selbst.
„Und du hast keine Angst?“ Seine Stimme klingt brüchig, als hätte er sie noch nicht oft benutzt.
„Nein.“
In Mackenzies Heimatdorf in den schottischen Highlands tauchen immer wieder sogenannte Kelpies auf, dämonische Wasserpferde, die menschliche Gestalt annehmen können und jedem, den sie anlocken, den Tod bringen. Gerüchte über vereinzelte gute Kelpies sind für Mackenzie nur das: Gerüchte. Bis sie auf eines davon trifft und Gefühle entwickelt, die sie nie für möglich gehalten hätte. Doch Mackenzies Liebe zum Kelpie Rye hat mehr als nur einen Gegenspieler, der den beiden zum Verhängnis werden könnte. Um das zu schützen, was sie liebt, und der Welt zu beweisen, dass gute Kelpies existieren, muss Mackenzie bis an ihre Grenzen gehen. Und darüber hinaus.

Bild- und Textquelle: Piper Verlag


Bibliografie
Erscheinungsdatum: 01. März 2021
Reihe: nein
Verlag: Piper Wundervoll
Seiten: 328
Preis: Taschenbuch 16,00€, EBook 4,99€
ISBN: 978-3-492-50407-2
Weitere Informationen zu „Finstere Wasser“ direkt bei Piper oder Amazon.de

Finstere Wasser Von Sarah Koch
Meine Meinung:

ACHTUNG, diese Rezension beinhaltet Spoiler.

 

Zu „Finstere Wasser“ von Sarah Koch habe ich mich durch das düstere Cover und den Klappentext verleiten lassen. Ich habe mich auf eine wundervoll düstere, atmosphärische Geschichte um Kelpies in Schottland gefreut.
Nunja, was ich bekommen habe, hat mich leider nicht wirklich überzeugt und gegen Ende sogar noch einen Punkt mehr verloren. Aber fangen wir doch von vorne an.

Der Stil der Autorin ist sehr einfach gehalten und leicht, für mich teilweise schon etwas zu plump. Das Wordbulding fehlt mir komplett, aber so lässt sich die Geschichte wenigstens einfach so runterlesen, ohne groß darüber nachzudenken. Ich stellte mich also direkt schon zu Beginn darauf ein, dass dies lediglich eine nette Geschichte für zwischendurch werden wird.

Es war dann leider doch weniger.

Kenzy lebt noch bei ihren Eltern auf einem schottischen, abgelegenen Anwesen mit mehreren Lodges für Touristen, wo sie für das Marketing zuständig ist. Nebenbei geht sie ihrer Leidenschaft, dem Reiten, nach und verbringt Stunden im Wald. Besonders fasziniert haben sie schon immer die dämonischen schottischen Mythenwesen, die Kelpies. Denn sie weiß, dass diese nicht nur ein Mythos sind, ist sie ihnen doch schon selbst begegnet und hätte dies fast mit dem Leben gezahlt. Deswegen hat sich in ihrer Gegend auch ein Institut niedergelassen, das Kelpies einfängt, um ihnen einen artgerechten Lebensraum zu geben und die von ihnen ausgehende tödliche Gefahr für Menschen einzudämmen.

Da war ich echt noch fasziniert und es klang richtig toll. Auch wenn das Setting nicht so richtig schön eingefangen wird. Und wir kratzen mit allen Informationen nur an der Oberfläche. Ich hätte mir so sehr mehr Tiefe gewünscht. Gerade zu den Kelpies selbst. Das fehlt mir komplett. Und auch die Charaktere kamen alle recht blass davon, weswegen mir nicht einer etwas näherkam. Und somit kam natürlich auch die Liebesgeschichte nicht bei mir an, die doch recht dominant, einfach und vorhersehbar ist und somit von vornherein nicht mein Geschmack.

Kenzy konnte bei mir nicht punkten. Für mich war sie einfach zu naiv. Aus ihren Erfahrungen hat sie offensichtlich nichts gelernt. Sie hat zwar ihre eigene Meinung, die steht aber über allem und die setzt sie, in meinen Augen, auch ziemlich stur durch. Hat mir nicht so wirklich gefallen.
Rye war jetzt eher blass und ich kann gar nicht viel zu ihm sagen. Er gibt nicht viel von sich preis. Von ihm weiß man hauptsächlich, dass er – natürlich – verdammt gut aussieht. Sowohl als Mensch, als auch als Pferd. Für mich persönlich wird er zu sehr vermenschlicht und sein eigentliches Wesen zu sehr romantisiert.
Außerdem konnte ich beider Handlungen teilweise wirklich nicht nachvollziehen, wenn man mal bedenkt, was Rye eigentlich ist und wie er sich verhält.

Zur Liebesgeschichte sage ich mal nicht viel, außer, dass sie auch voller Klischees steckt. Natürlich verliebt sich Kenzy sofort unsterblich, auch wenn sie es erst nicht wahrhaben will. Und Rye ist der neue Mittelpunkt in ihrem Leben, in dem alles andere egal ist. Für mich war sie nichts. Mir fehlte das Prickeln und Knistern, es ist alles so einfach, so 0815. Naja, Geschmacksache und ich denke mal, für ein deutlich jüngeres Publikum gestaltet.

Das letzte Drittel hat mir dann sogar am besten gefallen, bis zu einem gewissen Punkt, denn hier sieht man wenigstens, dass Kenzy doch eine kleine Kämpferin ist und auch für das einsteht, was sie sich wünscht. Und hier sogar Rücksicht auf ihr engstes Umfeld nimmt. Allerdings macht die Autorin sich diesen Pluspunkt wieder selbst kaputt. Das gesamte Buch stellt sie Gerechtigkeit und Gleichbehandlung an erster Stelle und plötzlich wird Selbstjustiz gerechtfertigt. Das ist so eine Doppelmoral, die der Geschichte echt einen Punkt Abzug gekostet hat. Man sollte schon eine Linie fahren, wenn man sie das ganze Buch über so sehr betont.
Im Großen und Ganzen trifft das Buch einfach überhaupt nicht meinen Geschmack.

 

Mein Fazit:

 

„Finstere Wasser“ von Sarah Koch ist eigentlich genau das, was ich nicht erwartet hätte und auch nicht mag. Eine süße, vorhersehbare Liebesgeschichte, die sehr oberflächig gehalten ist und doch so einige Klischees bedient. Allerdings wird mir hier generell alles zu sehr romantisiert. Die Charaktere und auch die Legende der Kelpies blieben sehr blass. Zur fehlenden Tiefe kam noch eine gewisse Doppelmoral. Und somit hat die Geschichte am Ende sogar noch einen Punkt eingebüßt, weshalb ich nur 2 Sterne und keine Leseempfehlung vergebe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.